Die Spielbank Lindau ist die jüngste in Bayern, vor zehn Jahren, am 15. Juli 2000 öffnete sie in Lindau ihre Pforten. Seither kommen jährlich tausende Besucher, um ihr Glück im Großen oder Kleinen Spiel zu versuchen. Aber nicht nur das Glück lockt in die Spielbank Lindau, auch der einmalige Blick aus dem ersten Obergeschoss über den Bodensee ist schon eine Reise wert.
Angefangen hat alles bereits nach dem zweiten Weltkrieg. Man träumte von der „Deutschen Riviera“ am Schwäbischen Meer, schreibt die Spielbank auf ihrer Webseite. Dann schließlich ebnete der Stadtrat den Weg für eine Spielbank in Lindau, indem er die Konzession für das Glücksspiel genehmigte. Es sollte jedoch nur eine Konzession geben, wenn 70 % der Spielerträge an gemeinnützige Zwecke gespendet werden. In Windeseile wurde daraufhin ein Holzgebäude errichtet, das aber nach 40 Jahren den Ansprüchen der Betreiber und Spieler nicht mehr genügte.
Ein neues Gebäude
Eine neue Spielbank musste her. Der Wiener Architekt Hans Lechner wurde damit beauftragt, ein Gebäude zu entwerfen, das sich harmonisch in die Landschaft der Insel einfügt und auch den besonderen Standort der Spielbank auf der Insel Lindau unterstreicht. Volle Unterstützung kam bei dem Vorhaben aus der Stadt, aber auch vom Staat Bayern.
Lindau hat 14,4 Millionen Euro in den Neubau investiert, der Freistaat stellte etwa sechs Millionen Euro für die Innenausstattung zur Verfügung. Später wurden noch einmal knapp vier Millionen Euro in weitere Verbesserungen investiert. Bei einer Presseveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum der Spielbank lobte Finanzsekretär Josef Pschierer die „sehr konstruktive“ Zusammenarbeit zwischen Stadt und dem Freistaat.
Geld für die Stadt
Und diese Investitionen in das Glück haben sich gelohnt. Knapp eine Million Besucher kamen seit der Eröffnung in die Spielbank und setzten dort 109 Millionen Euro um. Knapp 21,5 Millionen Euro flossen davon als Spielbankabgabe in die Kassen der Stadt. Doch die Einnahmen könnten künftig weitaus geringer ausfallen, denn gewerbliche Spielhallen, das Rauchverbot in den Spielbanken und das Internet sägen am Thron der Spielbanken.
Zwar seien vergangenes Jahr 2,5 Prozent mehr Besucher in die Spielbank am Bodensee gekommen, die Erträge seien trotzdem um vier Prozent zurück gegangen. Das Automatenspiel in den Spielhallen sorge für einen „ungleichen Wettbewerb“, so Pschierer. Denn dort dürfen die Besucher bereits ab 18 Jahren hinein. Die langen Öffnungszeiten von täglich 23 Stunden sind ebenfalls eine große Konkurrenz.
Rauchverbot gelockert
Im Jahr 2010 hingegen lief es für die Spielbank Lindau schon wieder etwas besser. Grund hierfür war die Lockerung des Rauchverbotes. Das machte sich vor allem am Automatenspiel bemerkbar. Dort werden ungefähr 80 Prozent der Einnahmen erzielt und dort wollen die Spieler auch rauchen dürfen. Andernfalls wandern sie ab in die gewerblichen Spielhallen, in denen es meist kein Rauchverbot gibt.
Doch die Situation könnte sich für die Spielbank Lindau wieder verschlechtern. Denn der kürzlich in Bayern durchgeführte Volksentscheid zum Thema Rauchen spricht eine klare Sprache: In öffentlichen Gebäuden darf nicht mehr geraucht werden. Die Spielbank Lindau wird also wieder ihre alten Raucherbereiche öffnen müssen – sehr zum Leidwesen der rauchenden Spieler, aber vor allem der Stadt Lindau, die auf einen Teil der Einnahmen wird verzichten müssen.
