Aberglaube und Glücksspiel

Veröffentlicht am 16/03/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Sind Spieler von Natur aus abergläubisch? Es scheint zumindest so. Denn viele spielen nur, weil sie hoffen, irgendwann einmal Glück zu haben, sie hoffen, entgegen aller Wahrscheinlichkeit einmal als Gewinner aus dem Glücksspiel hervor zu gehen. Auch, wenn so viele andere Spieler bereits Geld verloren haben. Da scheint doch irgendwie Aberglaube im Spiel zu sein, oder?

Aberglaube ist menschlich. Einige „Regeln“ des Aberglaubens, wie nicht unser einer Leiter hindurch zu gehen, gibt es schon seit hunderten von Jahren. Doch auch im Spiel gibt es abergläubische Verhaltensweisen. Hier stellen wir einige davon vor.

Aberglaube beim Blackjack

First Base ein schlechter Platz?

Einige Spieler denken, die „First Base“-Position bringe Pech. „First Base“ ist der Spieler, der links vom Dealer sitzt und als erster spielen muss. Vor allem neue Spieler denken, es würde Unglück bringen, auf dem ersten Platz zu sitzen. Doch dieser Aberglaube beinhaltet tatsächlich auch einen Funken Wahrheit.

Die Strategie der Kartenzähler zum Beispiel basiert darauf, dass sie so viele Karten wie möglich aus dem Deck gesehen haben. Sie sitzen bevorzugt auf dem dritten Platz, der „Third Base“, denn dann sehen sie mehr Karten aus dem Deck als die anderen Spieler und können so fundiertere Entscheidungen treffen, da sie mehr Informationen über die bisherigen Karten haben als der Spieler auf dem ersten Platz. Allerdings ist es für Spieler, die die Karten nicht zählen, relativ egal, auf welcher Position sie beim Blackjack spielen.

Das Pech der Anderen

Wirken sich die schlechten Entscheidungen der andern Spieler auf das eigene Spiel aus? Es gibt abergläubische Spieler, die das glauben. Doch das ist ziemlicher Unfug, denn spielt ein Spieler die Basis-Strategie, ist der Bankvorteil immer gleich hoch – ganz egal, welche Entscheidungen die anderen Spieler am Tisch treffen.

Aberglaube beim Baccarat

Baccarat Spieler bekommen Listen, anhand derer sie verfolgen können, wie oft der Bankier oder die Spieler gewinnen. Einige Spieler glauben anhand von Glückssträhnen, die sich aus diesen Listen erkennen lassen, bessere Entscheidungen für ihre nächsten Einsätze treffen zu können.

Paradoxerweise denken einige Spieler es bringe Glück, auf die Siegerseite zu wetten, während andere denken, es wäre richtig, den Trend zu brechen und auf die Gegenseite zu setzen. Doch wie auch immer die Entscheidung fällt, keiner dieser Aberglauben findet eine Grundlage in der Basis-Strategie von Baccarat.

Aberglaube bei Kartenspielen

Wenn das Spiel schlecht läuft, sind die Karten schuld! Es gibt tatsächlich einige Spieler, die diesem Aberglauben folgen. Diese Spieler werden nicht weiter spielen, so lange die Karten nicht gegen bessere ausgetauscht wurden.

Tatsache ist, dass die Karten das Spiel nicht beeinflussen können. Selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Karten nicht markiert oder anderweitig manipuliert sind, ist es völlig egal, mit welchen Karten man spielt.