Der Ansturm auf die Lizenzen beginnt

Veröffentlicht am 25/01/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Lange war der das Glücksspiel betreffende Alleingang der Schleswig-Holsteiner Landesregierung in aller Munde, in den Wochen um den Jahreswechsel ist es still darum geworden. Andere Themen beherrschten die Medien. Doch vergangene Woche gab es wieder Reaktionen und diese zeigten: Schleswig-Holstein hat vermutlich alles richtig gemacht, denn Ansturm auf Lizenzen im hohen Norden ist enorm.

 

Grund für die erneuten Meldungen war ein Kongress in Norderstedt im Kreis Segeberg, zu dem sich knapp 200 Vertreter von Wettanbietern aus ganz Europa trafen. Inhalt des Kongresses waren Informationen über das Schleswig-Holsteinische Glücksspielgesetz.

Die Anbieter konnten sich darüber informieren, wie sie an Lizenzen kommen und welche Hürden zu nehmen sind. Rechtsexperten aus dem In- und Ausland sowie ein Sprecher des Kieler Innenministeriums informierten über so wichtige Dinge, wie Antragsstellung, technische Verfahren, Datenschutz, Werbung und steuerliche Regelungen.

Hohe Hürden sind zu nehmen

"Wir sind gespannt auf die Einzelheiten", sagt Sven Stiehl von Pokerstars.de gegenüber der Taz. Diese wurden bei dem Kongress dann auch geliefert. Unbegrenzte Lizenzen will man in Schleswig-Holstein für Glücksspielanbieter vergeben, doch wer eine solche haben möchte, muss hohe Hürden nehmen.

So müssen unter anderem die Bücher und Beteiligungen offen gelegt werden, Personen in verantwortungsvollen Positionen müssen Lebensläufe und Führungszeugnisse einreichen, Unternehmen müssen ihre Liquidität nachweisen. Das Land fordert Sicherheiten zwischen einer und fünf Millionen Euro.

Das ist längst nicht alles. In Schleswig-Holstein geht es beim liberaleren Umgang mit dem Glücksspiel nicht nur darum, Geld in die Staatskasse zu spülen, sondern vor allem auch um den Spielerschutz. Schleswig-Holstein hat als einziges Bundesland verstanden, dass es schlauer ist, den Glücksspielmarkt zu öffnen und so zu kontrollieren und zu besteuern. Verbieten funktioniert nicht“, so Emil Sunvisson von der schwedischen Glücksspielfirma „Cherry“ gegenüber dem Schleswig-Holstein Magazin.

Deshalb müssen die Antragsteller auch Sicherheitskonzepte gegen Geldwäsche und Sperren für suchtgefährdete Spieler oder Minderjährige vorlegen. Sichere Server müssen in Schleswig-Holstein stehen, auf denen Geldtransfers und Kundendaten gespeichert werden. „Damit wir Zugriff haben“, erklärt Guido Schülp vom Kieler Innenministerium.

Im März kann es los gehen

Erste Lizenzen werden wohl im März vergeben werden. Zwar haben sich bereits 80 Glücksspielanbieter an das Ministerium gewandt, doch förmliche Anträge sind derzeit noch nicht möglich. Bis es so weit ist, kann es noch einige Wochen dauern, trotzdem gilt es als sicher, dass im März die ersten Lizenzen erteilt werden und damit der regulierte Spielbetrieb – auch im Internet – in Schleswig-Holstein endlich los gehen kann.