Auslaufmodell Spielbank

Auslaufmodell Spielbank

Veröffentlicht am 14/04/15 - bei CasinoToplists Nachrichten

Immer wieder gelangen Meldungen von schlecht laufenden Spielbanken in die Medien. Ganz egal ob Deutschland, Österreich oder Schweiz – die Spielbanken scheinen Auslaufmodelle zu sein und der Konkurrenz aus dem Internet und dem Ausland nicht gewachsen. Die Spielbanken in der Schweiz beklagen Umsatzeinbußen, in Deutschland muss der Steuerzahler in die Tasche greifen, um die maroden Spielbanken am Leben zu erhalten.

Beispiel Bad Kötzting: In der dortigen Spielbank herrscht gähnende Leere, die Angestellten sind im Vergleich zu den Spielern meist in der Überzahl. Einst war sie gebaut worden, um Arbeitsplätze zu schaffen, Mieteinnahmen für die Stadt zu generieren – und Spielerträge. Die Region an der Grenze zu Tschechien könnte nur profitieren von einem eigenen Glücksspieltempel. Doch die Wirklichkeit sieht 15 Jahre nach der Eröffnung anders aus: Die Spieler wandern ins Nachbarland ab – und ins Internet.

Schön ist es in Bad Kötzting, keine Frage, aber attraktiv für die Spieler offenbar nicht. Denn die spielen lieber im Nachbarland, dort dürfen sie schon mit 18 Jahren statt wie hierzulande mit 21. Und sie dürfen dort im Casino rauche. Das Rauchverbot galt schon von Anfang an als Todesstoß für die deutschen Spielbanken – und offenbar ist da zumindest in Teilen auch was dran. Und die Spielbanken in Tschechien verstehen ihr Geschäft und karren die Touristen mit kostenlosem Bus-Service bis für die Türen der Casinos. Das Geschäft floriert.

Auch in der Schweiz geht nichts mehr

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Schweiz. Auch dort ist der Umsatz der Spielbanken seit Jahren rückläufig. Die Umsätze sind so niedrig wie seit 2004 nicht mehr. Alle großen Spielbanken im Land verzeichnen ein Minus. Man versucht deshalb im Ausland sein Glück – doch ob es dort besser wird kann man zu bezweifeln wagen.

Doch mit einer anderen Idee könnten die Schweizer Spielbanken Erfolg haben: Sie wollen ins Internet und dort Glücksspiel anbieten. Und darum kämpfen sie gerade, denn ein entsprechendes Gesetz, das ihnen das erlauben würde, gibt es noch nicht.

Wann reagiert der Gesetzgeber?

Die Spielbanken sind ein Auslaufmodell, sind eingestaubt und können mit der „modernen Welt“ und dem Glücksspiel im Internet, nicht mithalten. Schade, dass der Staat das nicht erkennt und verbissen an den Spielbanken und dem Glücksspiel-Monopol festhält. Ein kleines bisschen mehr Einlenken und Akzeptanz, dass das Internet eben keine böse Konkurrenz, sondern die Lösung des Problems sein könnte, könnte die Staatskassen wieder füllen und die Einnahmen, die aus den Spielbanken fehlen, aufwiegen.

Denn selbst wenn der Staat sein Monopol auf das Glücksspiel verlieren würde: Steuern müssen die ausländischen Anbieter auch zahlen – und mit diesen Einnahmen könnten weiterhin Sport und Kultur gefördert werden.