Zog Full Tilt Poker Spieler über den Tisch?

Veröffentlicht am 23/09/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Es sind schwere Vorwürfe, die die US-Behörden gegen Full Tilt Poker und einige seiner Poker-Profis erhebt: In der Poker-Szene berühmte Stars, wie Chris Ferguson, Howard Lederer und Rafael Furst sollen dabei geholfen haben, mit Hilfe ihres Talents Spieler auf der ganzen Welt um ihr Geld zu bringen. Bedient haben sie sich dabei offenbar der Website ihres Sponsors, Full Tilt Poker.

„Full Tilt Poker war keine normale Pokerfirma, sondern ein weltweites Schneeballsystem“, behauptet der New Yorker Rechtsanwalt Preet Bharara Anfang dieser Woche. Mit Hilfe dieses Systems und der Poker-Talente sollen die Kunden um insgesamt 300 Millionen Dollar gebracht worden sein, so berichtet das Wall Street Journal.

Zweigten Profis Gelder ab?

Chris Ferguson & Co. sollen sich während der vergangenen vier Jahre immer wieder von den Geldern der Spieler etwas abgezweigt haben. Ferguson, der mehrfach die World Series of Poker – das wichtigste Pokerturnier der Szene – gewonnen hat, soll sich allein insgesamt 24 Millionen Dollar zur Seite gelegt haben. Das Problem für die Spieler: nun ist offenbar nicht mehr genügend Geld vorhanden, um die Spieler der Online Poker Website auszuzahlen – sie sitzen nun auf dem Trockenen.

Vor einigen Monaten begannen die Ermittlungen wegen Betrugs, illegalen Glücksspiels und Geldwäsche gegen Full Tilt Poker und andere Online Poker Anbieter. Sie haben trotz des amerikanischen Verbots Online Poker in den USA angeboten, illegales Glücksspiel also. Im Zuge der Ermittlungen wurden die Internetauftritte von Full Tilt Poker und anderer Räume geschlossen, die Gelder der Spieler eingefroren. Diese sollten nun von Full Tilt Poker zurück gezahlt werden, doch dafür soll nun das Geld fehlen.

Das System von Full Tilt Poker

„Die Betreiber der Seite füllten ihre eigenen Taschen mit den Geldern ihrer Kunden“, so Bharara. Um überhaupt an dieses Geld zu kommen, bedienten sie sich des Schneeballsystems. Neue Kunden sorgten dafür, dass Geld in die Kasse gespült wird. Dieses wurde dann dafür verwendet, alte Kunden auszuzahlen. Doch irgendwann scheitert dieses System, nämlich dann, wenn neue Kunden fehlen.

Die US-Ermittler werfen Ferguson und seinen Kollegen jetzt vor, angeworbene Spieler davon überzeugt zu haben, dass ihr Geld bei Full Tilt Poker sicher sei, was ganz offenbar nicht der Fall war. Denn die Finanzlage des Poker-Unternehmens reichten bei weitem nicht mehr dafür, alle Spieler auszuzahlen. Für die Kunden der Website, die jetzt auf ihr Geld warten, ein Desaster. Und auch für Poker-Profi Ferguson könnte dieser Verdacht das Ende seiner Karriere bedeuten.