Betrug: Phil Ivey und das Borgata Casino schweigen

Betrug: Phil Ivey und das Borgata Casino schweigen

Veröffentlicht am 21/04/14 - bei Admin, Admin Nachrichten

Vor Kurzem wurde der weltweit bekannte Poker-Profi Phil Ivey vom Borgata Casino in Atlantic City verklagt. Er soll das Casino beim Baccarat um Millionen betrogen haben. Seit der Meldung ist es still geworden um den Fall – weder das Casino noch der sonst so redselige Poker-Profi haben seither ein Wort über den Vorfall und die Anklage verloren.

 

Die PR-Chefin des Casinos sagte nur, dass das Unternehmen über laufende Ermittlungen keine Auskunft gebe und auch Phil Ivey stellt sich stumm. Zwar ist sein Twitter-Account aktiv, doch ein Wort über die Anklagen und die Betrugsvorwürfe hat Ivey nicht verloren.

Der Anklage zufolge sollen einige der Baccarat-Karten vom Hersteller Gemaco kleine Fehler im eigentlich symmetrischen Design aufgewiesen haben. Über diese Fehler soll Ivey Bescheid gewusst haben, indem er sich die Karten ganz genau habe zeigen lassen. Anhand dieses Wissens konnte er sich einen immensen Vorteil gegenüber der Bank verschaffen.

Der Vorteil war so groß, dass Ivey und seine Begleiterin in einer Reihe von Baccarat-Spielen mehr als 12 Millionen Dollar gewonnen haben. Eine stolze Summe, die das Casino-Personal aufhorchen lies. Der Kartenhersteller Gemaco kämpft gerade in einem anderen Rechtsstreit gegen ein in Atlantic City ansässiges Casino: Das Golden Nugget Casino behauptet, dass das Unternehmen ungemischte Karten in Umlauf gebracht habe, die dazu geführt haben sollen, dass Spieler das Casino um 1,5 Millionen Dollar erleichtern konnten.

Ein in Glücksspiel-Kreisen bekannter Anwalt, Nelson Rose, sagte gegenüber den Medien, dass das, was Ivey gemacht haben soll, kein Betrug sei. Nelson verfügt über viel Erfahrung auf dem Gebiet des „Edge Sorting“ - so nennt man den Trick, den Ivey für sich genutzt hat. Dabei nutzen die Spieler kleinste Unterschiede an den Spielkarten, um sich einen Vorteil gegenüber der Bank zu verschaffen.

Dieses „Edge Sorting“ gibt es schon lange. Betrüger können zum Beispiel viele Kartendecks mit dem gleichen Muster kaufen, z. B. Ein einfaches Muster mit halben.

Dann bringen sie ein einziges Kartendeck in Umlauf, in dem zum Beispiel nur die wichtigen Karten über ganze Diamanten in den Ecken verfügen. Ein kleiner Unterschied, den ein geübtes Auge aber leicht erkennen kann.

„In einem Casino liegt es ganz klar in der Verantwortung des Casinos dafür zu sorgen, dass das Spiel in Ordnung ist. Das ist nicht die Aufgabe des Spielers“, so Rose. „Ivey hat Informationen genutzt, die allen Spielern zur Verfügung standen“, so Rose.

„Per Definition ist das also kein Betrug.“ Ivey hat sich eben clever angestellt, sich alles genau angesehen und dann die feinen Unterscheide zu nutzen gewusst. Ob die Gerichte das auch so sehen werden, bleibt abzuwarten.