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Max Rubin ist eines von nur siebzehn Mitgliedern der Black Jack Hall of Fame. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten für Glücksspiel, war Analyst und Kommentator der World Series of Black Jack und schrieb unzählige Artikel und Beiträge zum Thema. Er ist außerdem einer der wenigen Sachverständigen, der - anstatt seine Kenntnisse auszunutzen, um ein Vermögen am Spieltisch zu machen - in gewisser Weise die Seiten wechselte: Mit seinem Wissen über Spielertricks und Spielsysteme beriet er die größten Casinos und Entertainment-Unternehmen - auch WSOP-Veranstalter Harrah's hatte ihn auf der Gehaltsliste.

In seinem Buch Comp City: A Guide To Free Gambling Vacations hilft er allerdings auch den Gästen der Häuser mit nützlichen Tipps aus. Wer das Werk liest, verfügt anschließend nicht nur über Grundkenntnisse im Kartenzählen, sondern hat auch gelernt, wie er sich erfolgreich den Nimbus eines High Rollers verleiht und so in den Genuss von Vergünstigungen wie Gratis-Hotelsuiten und Luxuslimousinen kommt - selbstredend, ohne sich dabei arm zu machen.

Ein charmanter Doppelagent also? Er selbst präsentiert sich mal als "Comp-Champion mit Übergewicht", mal als "gambling humorist". Dass er auch ein brillanter Satiriker ist, hat er in zahlreichen Artikeln unter Beweis gestellt. Wer kann sich da schon jemals sicher sein, woran er ist?

Rubin selbst sieht in der Beratung von Casinos und deren Kunden jedenfalls nicht den geringsten Widerspruch: Als Dealer-Ausbilder und Berater des Barona Casino in Kalifornien setzte er durch, das Kartenzähler nicht mehr von der Spielteilnahme ausgeschlossen werden. Begründung: Die meisten seien Amateure, die nicht die Disziplin hätten, das System konsequent anzuwenden. Langfristig gewinne also trotz "zählender" Kundschaft das Haus. Die Casinos verschwendeten daher unnötig viel Energie und Geld auf die Identifizierung und Eliminierung von Kunden, die in aller Regel keine Gefahr darstellten und gingen dabei noch das Risiko ein, andere Gäste zu vergraulen.

Das Barona Valley Ranch Resort und Casino beherbergt auch die bereits erwähnte Black Jack Hall of Fame, der auch Edward Thorp und Ken Uston angehören. Jährlich werden maximal zwei neue Mitglieder aufgenommen. Rubin hat zwar auch eine Karriere als Berufsspieler hinter sich (über die relativ wenig berichtet wird), hat sich seinen Platz in der Galerie vor allem durch seine Bücher, Kolumnen, Reden sowie Film- und Fernsehauftritte erworben.

Viele halten ihn für den fähigsten Analysten, Kommentator und Journalisten in Sachen Glücksspiel. Während manche Casinos von seinen Erkenntnissen profitieren, fürchten ihn andere wie die deutsche Literaturszene Marcel Reich-Ranicki fürchtet ("Klarheit ist die Höflichkeit des Kritikers!") Wer erstmal in Rubins "The Bottom Five - Worst American Casinos"-Liste gelandet ist, hat von der spitzen Zunge des Experten keine Gnade zu erwarten. Auch dem legendären "Binion's" blieb diese zweifelhafte Ehre nicht erspart: "Es hat immer noch das Flair eines Sweatshops in der Dritten Welt mit apathischen Dealern und mürrischen Managern", bescheinigte Rubin dem Traditionscasino und fügt hinzu: "Bevor ich nicht wenigstens mal ein Lächeln auf den Lippen des Personals sehe, muss ich Binion's leider in der Liste der fünf schlechtesten behalten." Ob der große Guru dem Personal da nicht ein wenig Unrecht tut? Immerhin musste das Binion's Ende 2009 Teile des Casinobetriebes einstellen, das Hotel ganz schließen und über 100 Leute entlassen. Wahrlich kein Anlass zum Lächeln - aber vielleicht hatten die ausgebliebenen Besucher Rubins Website gelesen?