Wissenschaftler entlarven Bluffs

Wissenschaftler entlarven Bluffs

Veröffentlicht am 30/07/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Wer erfolgreich Poker spielen will, muss bluffen können. Nicht durchschaubar sein bzw. etwas vorzugeben, das gar nicht der Wahrheit entspricht, um sich damit Vorteile beim Spiel zu verschaffen, gehört beim Poker zu den wichtigsten Tugenden. Wissenschaftler der Duke University im US-amerikanischen Durham, wollen jetzt via Hirnscan herausfinden können, wann ein Spieler blufft.

 

Wann die Spieler es wagen, die Gegner zu täuschen, können die Forscher jetzt vorhersagen – zumindest wenn es sich bei dem Gegner um einen Menschen handelt. Tritt der Spieler gegen eine Maschine an, funktioniert der Scan nicht. Im Wissenschaftsmagazin „Science“ war jüngst über das erstaunliche Ergebnis des Hirnscans zu lesen.

Wer blufft, verrät sich im Hirnscan anhand von Aktivitäten in bestimmten Arealen des Gehirns. Für die Wissenschaftler um McKell Carter, der verantwortlich für die Studie ist, ist ein Bluff beim Poker nun vorhersagbar.

Um herauszufinden, wie das Gehirn von Pokerspielern bei einem Bluff reagiert, luden die Wissenschaftler 18 Testpersonen zu einem Pokerspiel. Dabei erfassten sie die Hirnaktivität der Spieler mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT).

Damit ist es möglich zu erkennen, welche Areale des Gehirns während des Spiels besonders aktiv sind. Bevor es mit dem Spiel los ging, wurde den Probanden ein Foto des Gegners gezeigt, spielten sie gegen einen Menschen, mussten sich die Gegner die Hand schütteln.

In mehreren Durchgängen mussten die Testpersonen nun gegen den Menschen und einen Computer Poker spielen. Die Karten waren mal gut und mal schlecht, die Spieler mussten entscheiden, ob sie aussteigen oder weiter spielen wollten.

Für diese Entscheidung ließen die Wissenschaftler ihnen sechs Sekunden Zeit. In mehr als der Hälfte der Fälle entschieden sich die Testpersonen dafür, zu bluffen und riskierten so auch bei schlechten Karten ihren Einsatz.

Das Ergebnis der Hirnscans zeigte den Wissenschaftlern, dass die Entscheidung für einen Bluff vorhersagbar ist. Besonders dann, wenn der Gegner als guter Spieler eingeschätzt wurde, zeigte die Hirnaktivität, dass ein Bluff bevor stand.

In diesen Fällen seien bestimmte Areale sehr aktiv, die dafür zuständig sind, ein Gegenüber als Mensch zu erkennen. Ein weiteres Ergebnis der Forscher: spielten die Probanden gegen einen Menschen, waren sie aufmerksamer als beim Spiel gegen den Computer – und das obwohl sie auch vom Computer-Gegner ein Foto zu sehen bekamen.