Bwin.party: 888 schmeißt das Handtuch

Bwin.party: 888 schmeißt das Handtuch

Veröffentlicht am 21/09/15 - bei CasinoToplists Nachrichten

Dabei sah es im Juli noch so gut aus: 888 Holdings wollten das Unternehmen bwin.party kaufen und damit zu einem der größten Online Glücksspiel-Anbieter fusionieren. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nun ist doch die GVC Holdings am Zug und übernimmt Bwin.party.

Noch Ende Juli sah eigentlich alles danach aus als stünde einer „Hochzeit“ zwischen Bwin.party und der 888 Holdings nichts im Wege. Doch nun hat sich ein anderer Verehrer das Herz der begehrten Firmengruppe gesichert: GVC Holdings. Das Angebot von 1,6 Milliarden US-Dollar war wohl der ausschlaggebende Faktor, 888 hat bei dieser Summe dann doch noch einen Rückzieher gemacht.

Man wolle kein neues, verbessertes Angebot für die Übernahme von Bwin.party abgeben, hieß es vor einigen Tagen aus Firmenkreisen. Man wolle sich nicht länger für die Übernahme aufreiben und sich stattdessen dem eigenen Unternehmen und weiteren Wachstumsstrategien widmen.

Bwin.party geht nun also doch an die GVC Holdings – und damit geht ein acht Monate langer „Kampf“ um das Unternehmen zu Ende, bei dem sich die Interessenten mit Angeboten überschlagen hatten. Schließlich ist Bwin.party eine bekannte und lukrative Marke der Branche, die selbst erst vor wenigen Jahren aus einer Fusion zwischen Bwin und Party Gaming hervor gegangen war.

Bei Bwin.party hat man das Angebot von GVC inzwischen angenommen, so Vorstandsmitglied Philip Yea. „Es war ein langer und notwendiger Prozess“, so Yea gegenüber der Presse. „Wir haben einige sehr gute Punkte aushandeln können.“

Als faires Unternehmen mit einem großen Anteil an Aktionären hatte Bwin.party auch diese zur möglichen Übernahme durch ein anderes Unternehmen der Glücksspiel-Branche befragt. Das Ergebnis war ausgewogen – die einen fanden das Angebot der 888 Holdings besser, die anderen das Angebot von GVC. „Auf dieser Grundlage können wir einfach nicht alle Anteilseigner zufrieden stellen, aber wir hoffen, dass sie uns unterstützen werden – denn in der Situation, in der wir uns gerade befinden, brauchen wir die Unterstützung aller Aktionäre“, so Yea.

Das Angebot von GVC wurde nicht nur angenommen, weil es letztlich höher war als das von 888, sondern auch weil es bereits erfolgreich Übernahmen durchgeführt hat und eine jährliche Kosteneinsparung in Höhe von 140 Millionen Dollar sehen, im Vergleich zu dem bei 888 möglichen 78 Millionen.

Nun ist Bwin.party also „vom Markt“ - und so groß die Freude bei Chefs, Vorständen und Aktionären auch sein mag, für die Angestellten könnte die bittere Pille noch folgen. Denn CEO Yea hat bereits angekündigt, dass es durch die Fusion auch Stellenabbau geben werde. Welche Folgen die Zusammenlegung für die Spieler in den Online Casinos der beiden Unternehmen haben wird, bleibt abzuwarten.