Croupiers kämpfen um ihre Jobs

Veröffentlicht am 12/11/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Vor kurzem ist das Casino Berlin an seinen neuen Standort unter den Fernsehturm am Alexanderplatz gezogen und erstrahlt seither in neuem Glanz. Doch leider ohne die alten Mitarbeiter an den Live-Tischen, denn diese durften nicht mit umziehen und bis heute warten sie darauf, ob sie wieder arbeiten dürfen. Am 9. November 2010 versammelten sich nun die alten Cropuiers vor dem Casino am Fernsehturm, um um ihre Jobs zu kämpfen.

Zusammen mit der Gewerkschaft ver.di demonstrierten die frei gestellten Croupiers des Casino Berlin gegen die Streichung ihrer Arbeitsplätze. Sie fürchten nämlich, dass man im Casino Geld sparen will und das klassische Spiel an den Tischen am neuen Standort gar nicht anbieten will. „Schon seit 42 Tagen gibt es das klassische Spiel an Tischen hier nicht mehr, die betroffenen 35 Croupiers sind seitdem freigestellt und bangen um ihre Arbeitsplätze“, so Oda-Renate Kraus von ver.di gegenüber der  Zeitung „Neues Deutschland“.

Offenbar soll es auch künftig das klassische Spiel im eigentlichen Sinne, nämlich mit echten Cropuiers an echten Tischen, nicht mehr geben. Es soll laut ver.di nur noch an Automaten gespielt werden können. Dies bedrohe natürlich die Existenz der Croupiers. Aus diesem Grund setzt sich die Gewerkschaft dafür ein, dass es auch künftig echte Croupiers im Casino Berlin geben soll.

Probleme mit der Videoüberwachung

Grund für die Freistellung der Croupiers ist ein Streit zwischen der Geschäftsführung der WestSpiel Gruppe, der das Casino Berlin gehört, und dem Betriebsrat des Unternehmens. Ausgangspunkt des Streits war die vom Gesetzgeber seit März 2010 vorgeschriebenen Videoüberwachung in Räumen mit Live-Spielen. Zwar hatten die Croupiers einer erweiterten Überwachung durch Kameras zugestimmt, sich jedoch gegen eine Live-Übertragung der Bilder an die Zentrale der WestSpiel-Gruppe in Duisburg gewehrt.

Doch so lange hier keine Einigung erzielt werde, könne das Casino Berlin das Live-Spiel wegen „Sicherheitsbedenken“ nicht mehr anbieten. Die Besucher können so lange nur an Automaten spielen, dort sei die Sicherheit der Besucher gewährleistet. Inzwischen prüft die zuständige Senatsinnenverwaltung die juristische Seite. So lange diese aber nicht geklärt ist, bangen die Croupiers aus dem Casino Berlin weiter um ihre Jobs.

Dem Land Berlin entgehen Einnahmen

Aber nicht nur die Cropuiers leiden unter der Situation, auch dem Land Berlin entgehen dadurch Einnahmen. Seit 42 Tagen gehen dem Land Steuereinnahmen verloren, so Frank Wolf, bei ver.di zuständig für Finanzdienstleistungen. Wie es im Streit um die Jobs der Cropuiers und damit letztlich um die Einnahmen des Landes Berlin, weiter geht, bleibt abzuwarten. Ein Ende ist derzeit noch nicht in Sicht.