Wird Cryptologic bald verkauft?

Veröffentlicht am 21/04/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Einige Fusionen und mögliche Verkäufe haben in den letzten Monaten in der Glücksspiel-Branche für Schlagzeilen gesorgt. Als nächstes ist offenbar der Casino-Software-Hersteller Cryptologic an der Reihe. Der hat vor Kurzem einen Management-Experten damit beauftragt, die Geschäftsstrategie gründlich zu analysieren. Diese Analyse könnte jetzt vielleicht in einem Verkauf enden. Offenbar hat eine Firma namens „Amaya“ bereits Interesse angemeldet.

Unbestätigten Medienberichten zufolge hat die kanadische Firma Amaya, die derzeit hauptsächlich in Kenia aktiv ist, bereits fünf Prozent der Aktienanteile als Vorstufe zu einem Übernahmeangebot von Cryptologic erworben. Erst vor Kurzem bekam Amaya eine Lizenz für Online Glücksspiel von der Dominikanischen Republik ausgestellt. Damit haben die Kanadier offenbar Großes vor: Noch in diesem Jahr soll ein Online Casino mit dem kompletten Spektrum an Casino Spielen und ein Online Pokerraum angeboten werden.

 

Die Gerüchte erhärten sich

Vergangene Woche wurde die Nachricht dann etwas konkreter. Am 15. April benachrichtigte Amaya die Börse über Ihren Anteil in Höhe von fünf Prozent an der Firma Cryptologic. Insgesamt 652.170 Anteile hält Amaya an Cryptologic, etwas mehr als eine Million Dollar soll die Kanadier das Paket gekostet haben. Insgesamt verfügt Cryptologic derzeit über 12.907.120 Aktienanteile (Stand 24. März 2011) – ein paar sind also noch zu kaufen, bevor von einer Übernahme der Firma gesprochen werden kann.

Die Mitteilung an die Börse, die von Amayas Hauptgeschäftsführer David Baazow, heraus gegeben wurde, enthielt offenbar auch den Grund für den Kauf, der Aktien. Dort schrieb Baazow offenbar, dass die Cryptologic-Aktien gekauft worden seien, um eine mögliche strategische Übernahme von Cryptologic zu erleichtern. Amaya halte sich im Moment alle Optionen offen und überwache die geschäftliche Entwicklung von Cryptologic, insbesondere die der Finanzen der Software-Firma.

Ob die Kanadier noch weitere Anteile an der Firma erwerben oder gar ihre erst frisch gekauften Aktien verkaufen, hänge Baazow zufolge von einer Reihe von Faktoren ab. Welche das sind, ging aus der Börsenmitteilung leider nicht hervor.

 

Wettbewerber werden stärker

Während man bei Cryptologic offenbar zu kämpfen hat, geht es dem Wettbewerber Playtech immer besser. Die Firma setzt ihren Großeinkauf auf dem Glücksspielmarkt unbeirrt fort. Offenbar hat man sich als nächstes den Erwerb des Londoner Software-Entwickler „Ash“ zum Ziel gesetzt. Insider vermuten, dass die Übernahme kurz vor dem Abschluss stünde. Mit Ash könnte sich Playtech einen weitere wichtige Firma sichern. Denn sie liefert eine Reihe von Spitzenspielen für die EdGE-Plattform von „Gaming Technology Solutions“, eine Firma, die kürzlich ebenfalls von Playtech gekauft wurde.