Die Scham der Verlierer

Veröffentlicht am 11/01/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Eine vor kurzem an der Universität von Guelph, Kanada, durchgeführte Studie beschäftigte sich mit den Gefühlen von Spielern, die als Verlierer aus einem Glücksspiel hervorgehen. Das eindeutige und dopch etwas überraschende Ergebnis: wer verliert, schämt sich. Je schwerer der Hang zum Glücksspiel ist, desto höher ist auch die Scham im Falle eines Verlusts.

 

Die Studie wurde von Sunghwan Yi und Vinay Kanetkar durchgeführt und ergab, dass Problemspieler bei einem Verlust weitaus mehr Scham empfinden als durchschnittliche Spieler. Schuldgefühle betreffen alle Spieler zu betreffen, unabhängig davon, ob aus Sucht oder zum Spaß gespielt wird. „Scham empfindet man, wenn ein negatives Ereignis eintritt, an dem man glaubt Schuld zu sein“, so die Studie. „Man hält sich selbst für eine wertlose oder sogar schlechte Person“.

Das Gefühl wird kompensiert

Spieler, für die das Glücksspiel bereits zum Problem geworden ist, fühlen sich aber weitaus schuldiger als die anderen, wenn sie einen Verlust erleiden müssen. Dieses Schamgefühl versuchen sie zu kompensieren, indem sie ihm ausweichen. Sie versuchen, nicht daran zu denken, anstatt zuzugeben, ein Problem zu haben. Ein Beispiel für eine solche Kompensation ist die Behauptung, „auf Null“ aus dem Spiel hervorgegangen zu sein, obwohl ein Verlust erlitten wurde.

Als Portal, das sich auch dem verantwortungsvollen Spielen verschrieben hat, möchten wir darauf hinweisen, dass es keinen Grund gibt, sich schuldig zu fühlen, wenn man bei einem Glücksspiel verliert. Es ist ein Glücksspiel, der Spieler kann nichts dafür – die Schuld liegt ganz beim Zufall, Glück... oder wie auch immer man es nennen möchte. Wer sich allerdings trotzdem schuldig fühlt und sich für seinen Verlust schämt, sollte in sich gehen und überlegen, ob er mit dem Glücksspiel an sich vielleicht bereits ein Problem hat. Hilfe finden Sie hier.

Rubbelkarten eine „Einstiegsdroge“?

Auch eine weitere Studie aus Kanada, die erst kürzlich veröffentlicht wurde, beschäftigt sich mit dem Thema Glücksspiel. Es wird für die kanadische Bevölkerung offenbar immer mehr zum Problem. Daher versuchen Wissenschaftler im ganzen Land herauszufinden, was diese Entwicklung begünstigen kann. Forscher der McGill Universität in Montreal, schieben den Rubbelkarten einen Teil der Schuld in die Schuhe und bezeichnen sie als „Einstiegsdroge“.

Als Geschenk zu Weihnachten oder zum Geburtstag kämen Kinder bereits früh mit ihnen in Berührung und würden so zum Glücksspiel ermutigt. Die unmittelbare Freude über eine solche Karte sei zwar groß, doch auf Lange Sicht könne so ein „ungesundes Verhältnis zum Glücksspiel“ entstehen. Das Beste ist wohl, Kinder, die noch zu klein sind, um die Zusammenhänge zu verstehen, nicht mit solchen Glücksspielen in Verbindung zu bringen. Sind sie alt genug, hilft vor allem der offene und verantwortungsvolle Umgang mit schwierigen Themen – und das gilt auch für das Glücksspiel.