Euro-Krise: „Las Vegas“ die Rettung für Spanien?

Euro-Krise: „Las Vegas“ die Rettung für Spanien?

Veröffentlicht am 10/09/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Während die einen noch über Sparpakete, Rettungsschirme und dem Ausstieg aus dem Euro diskutieren, sagt ein amerikanischer Investor in Spanien der Krise mit ganz anderen Mitteln den Kampf an: US-Milliardär und Casino-Mogul Sheldon Adelson will in Spanien ein zweites Las Vegas bauen und dafür 17 Milliarden Euro in das Land bringen.

 

Es wären hunderttausende neuer Jobs, die Adelson mit seinem Mega-Projekt in Spanien schaffen würde. Mehrere Milliarden Euro flössen in das von der Euro-Krise gebeutelte Land, eine Investition, die der Staatskasse und der Wirtschaft des Landes vermutlich gut tun würde.

Trotzdem üben Gegner harsche Kritik am Projekt, sogar eine Initiative „Eurovegas No“ hat sich bereits formiert. Die Politik fürchtet, dass das Milliarden-Projekt dem Land einen „schlechten Ruf“ einbringen könne, die Angst vor „einem rechtsfreien Raum“, einem „Finanzparadies“ und dem größten „Bordell Europas“ geht um.

Der Unternehmer Sheldon Adelson ist unter anderem mit Casinos reich geworden, jetzt will er in der Nähe von Madrid ein zweites Las Vegas erschaffen. „Eurovegas“ soll insgesamt zwölf gigantische Hotelanlagen enthalten, 36.000 Zimmer könnten entstehen.

Sechs Spielkasinos sollen Gäste aus aller Welt in die neue Glücksspiel-“Metropole“ locken. Ganz dem amerikanischen Vorbild Las Vegas entsprechend sollen auch eine Konzerthalle für 15.000 Menschen, Theatersäle, Kinos, Golfplätze, Restaurants, Bars und Diskotheken entstehen.

Wenn es nach Adelson geht, soll es schon in wenigen Jahren, 2016, so weit sein. Doch betrachtet man Großprojekte anderer Länder, wird dieses Ziel wohl nur schwer zu halten sein. Nicht zuletzt auch wegen der steifen Brise, die dem Investor und den Planern des Projekts entgegen weht.

Denn abseits der schönen Zahlen machen auch weniger schöne Gerüchte die Runde in Spaniens Medien. Es ist die Rede von schlechterem Arbeitsrecht, Steuervorteile, Lockerung des Geldwäsche- und Rauchverbots...

Ein gefundenes Fressen für die Opposition und private Initiativen, denen das Großprojekt ein Dorn im Auge ist. Gerade im Hinblick auf die Krise, die das Land gerade durchstehen muss, ist eine Sonderbehandlung der dort ansässigen Unternehmen Salz in der Wunde der gebeutelten Bürger. Denn sie müssen enorme Steuererhöhungen tragen und mit gekürzten Sozialleistungen leben.

Und im konservativen Spanien hat natürlich auch die Kirche ein kleines, warnendes Wörtchen mitzureden, sie hält natürlich nichts vom geplanten Spielerparadies und Sündenpfuhl im katholischen Land.

Für die Ministerpräsidentin der Region um Madrid, Esperanza Aquirre, ist das Casino-Projekt trotzdem ein Segen: sie hält es für „eine sehr wichtige Investition in Zeiten der Krise“. Das sieht man wohl auch in Barcelona so, einem Standort, der neben Madrid ebenfalls für „Eurovegas“ im Gespräch war. Dort will man nun ein ähnlich gelagertes Projekt starten: „Barcelona World“.