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Anno Saul ist einer der renommiertesten Filmemacher und Drehbuchautoren Deutschlands. Geboren 1963 in Bonn, lernte er sein Handwerk an der HFF München und begann seine Regie-Laufbahn wie viele andere deutsche Filmkünstler beim Fernsehspiel: 1987 entstand "Entführung für Anfänger" nach einem eigenen Drehbuch, bereits drei Jahre später erhielt der junge Regisseur den Max Ophüls-Preis für den Kurzfilm "Unter Freunden". Im Rahmen des ZDF-Fernsehspiels realisierte er seine ersten Langfilme, 1999 folgte das Kinodebüt mit dem viel beachteten Spielfilm "Grüne Wüste".

Vier Jahre später machte "Kebap Connection" Furore - die unter Mitwirkung von Fatih Akin entstandene Multi-Kulti-Komödie bescherte Nora Tschirner die Auszeichnung "Best Actress" beim Deutsch-Türkischen Festival 2005 in Nürnberg und wurde auf mehreren europäischen Filmfestivals mit Publikumspreisen bedacht. Aktuell ist Anno Saul mit "Die Tür" in den Kinos, einem Mysterythriller mit dem dänischen Shooting-Star Mads Mikkelsen und der bezaubernden Jessica Schwarz, die zuletzt als "Romy" begeisterte, in den Hauptrollen. Die Erzählung basiert auf einem Roman von Felidae-Autor Akif Pirinçci.

Mit seiner Filmographie gehört Saul zu den Garanten für Filmunterhaltung auf hohem Niveau, seine Filme werden geprägt durch seine stringenten Drehbücher, die oft auf Literaturvorlagen aufbauen und diese überzeugend für die Leinwand adaptieren. Er zeichnet außerdem für zahlreiche Werbspots verantwortlich, die große Unternehmen regelmäßig bei ihm in Auftrag geben. Eines davon ist Everestpoker: Gemeinsam mit einer Ludwigsburger Kreativagentur entwickelte der Pokerraum eine Kampagne, die ab Januar 2008 "eine Lanze für das Pokern als Spiel, Sport und Passion brechen" sollte, wie es in einem Pressekommuniqué des Unternehmens heißt. Dabei setzte man auf Anno Saul.

Die 30-sekündigen "Passionate about your game"-Spots wurden unter anderem bei ProSieben und Sat.1 geschaltet und sind daher einem breiten Publikum bekannt. In "Sichtweisen" geht es um die Philosophien zweier unterschiedlicher Pokerspieler aus der Everest-Community, in "Kontrolle" erzählt ein anderer Spieler von seinen Erlebnissen beim Everest Poker Cup und den typischen Eigenschaften, auf die es beim Spiel ankommt. Die Idee hinter den Beiträgen: Bei Everest stehen Spieler und ihre Leidenschaft für das Spiel im Mittelpunkt.

Die Mini-Dokumentationen über die Welt von Community-Mitgliedern entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Regisseur Saul, den Darstellern, Everest und der Agentur Cháteau Louis. Sie bedienen sich einer kühlen Farbskala und eingeblendeter Schlagworte wie "Disziplin", "Strategie" oder "Passion". Die Audiokommentare der Spieler sind großteils als Voice-Over gestaltet, eine klassische Technik, die im Kino oft zum Einsatz kommt, um Gedanken- und Gefühlswelt, Motivationen und Erinnerungen der Protagonisten durch die Entkoppelung von visueller und Audio-Ebene eindringlicher zur Geltung zu bringen.

Es sind solche Finessen und kinematographischen Stilmittel, die die Everest-Spots auf den ersten Blick als hoch professionelle Arbeit eines Autorenfilmers ausweisen. Die ganz eigene Ästhetik der Werbefilme anerkannter Regie-Stars wie Wim Wenders oder Anno Saul verleiht diesen Werken trotz ihrer kommerziellen Ausrichtung den Status eines eigenen Subgenres, dessen typische Merkmale wie Einstellungslänge oder Farbarbeit ihrerseits wieder von Regisseuren wie z.B. Tom Tykwer aufgegriffen und im Spielfilm eingesetzt werden.

Sauls Auftragsarbeiten für Everest Poker fanden beim Publikum großen Anklang. Im Herbst wurden sie von einer neuen Kampagne abgelöst, bei der Wayne Holloway Regie führte. Mit den Mini-Kunstwerken im Rahmen der PR-Arbeit dürfte es Everest Poker weiterhin gelingen, auch bei "pokerfernen" Zuschauern Aufmerksamkeit zu erregen.