FBI schließt Poker-Portale

FBI schließt Poker-Portale

Veröffentlicht am 19/04/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

In den USA erlebten Pokerspieler am vergangenen Freitag eine böse Überraschung: Die Domains führender US-Pokeranbieter wurden beschlagnahmt, die Webseiten geschlossen. Betroffen sind die .com-Domains von PokerStars, Full Tilt Poker, Ultimate Bet und Absolute Poker. Für die amerikanischen Spieler bedeutet das: Ihr Geld ist erst einmal eingefroren und sie kommen nicht an ihre Gewinne.

Ein schwerer Schlag für die Branche

„Die Ausführung, Finanzierung, Leitung, Überwachung oder der Besitz von illegalem Glücksspiel ist ein Bundesverbrechen“ steht da, darunter die Warnung auf eine Geldstrafe. Die Seite soll abschrecken – und das tut sie auch. Gegen die Betreiber wird laut Heise Online wegen „Geldwäsche, illegalem Glücksspiel und Bankbetrugs ermittelt“. Die Konten der Firmen wurden eingefroren und damit auch die der Nutzer, diese kommen jetzt nicht mehr an ihr Geld.

Seit 2006 ist das Glücksspiel in den Vereinigten Staaten verboten, doch das hielt die Betreiber nicht davon ab, trotzdem Online Poker für amerikanische Spieler anzubieten. Viele Casinos und Pokerräume weisen zwar darauf hin, dass keine US-amerikanischen Spieler akzeptiert werden, doch für o. g. Pokerräume galt das offenbar nicht. Als Folge der Ermittlungen des FBI wurden am bisher elf Personen festgenommen und 76 Bankkonten in 14 Ländern eingefroren.

Das Justizministerium kündigte unterdessen eine saftige Geldstrafe für die Pokerbetreiber an. Insgesamt rund drei Milliarden Dollar sollen an Strafzahlungen geleistet werden. Umgerechnet sind das rund 2,1 Milliarden Euro.  

Europäische Seiten erreichbar

Grundlage für die Festnahmen und das rigorose Vorgehen gegen die Pokerseiten ist der UIGEA. Dieses seit 2006 existierende Gesetz definiert Poker eindeutig als illegales Glücksspiel und damit als verboten. Nachdem dieses Gesetz verabschiedet wurde, hatten sich einige Anbieter, darunter auch PartyPoker, aus den USA zurück gezogen. Doch einige Pokerbetreiber sind geblieben – und gegen diese wird jetzt ermittelt.

Spieler auf den europäischen Seiten der genannten Pokerbetreiber müssen nicht um ihr Geld fürchten, denn diese Angebote sind noch erreichbar. Das FBI hat diese Portale nicht gesperrt, allerdings unter der Bedingung, dass die Seiten aus den USA nicht erreichbar sind. Wie es nun weiter geht und ob die amerikanischen Spieler ihr vom FBI eingefrorenes Geld jemals wieder sehen werden, steht allerdings noch in den Sternen.