Fliesenleger doch noch Millionär?

Fliesenleger doch noch Millionär?

Veröffentlicht am 15/10/12 - bei Ander Samson Nachrichten

43 Millionen sind es für Behar Merlaku leider nicht geworden, aber immerhin soll er sich mit den Casinos Austria auf eine Million Euro als Entschädigung geeinigt haben. Keine schlechte Summe, in Anbetracht des Mega-Gewinens, den Merlaku aufgrund eines Software-Fehlers 2011 hätte gewinnen können, aber ein mehr als mageres Sümmchen.

 

Doch von Anfang an: Bereits im vergangenen Jahr berichteten wir von Merlakus fantastischem Mega-Gewinn. Die stolze Summe von 43 Millionen Euro hat der Schweizer damals in einem Casino in Bregenz gewonnen.

Naja, fast.

Zwar bimmelte und klingelte und blinkte das Gerät wie verrückt, zeigte die immense Summe von 43 Millionen an, doch die Freude über den Gewinn währte  nicht lange. Wenige Augenblicke später klärte ein Mitarbeiter des Casinos Merlaku über den Fehler auf.

Ein Defekt an der Software soll Schuld daran gewesen sein, dass der immense Jackpot angezeigt wurde. Eigentlich sei an dem Gerät eine Gewinnsumme von maximal 4.500 Euro  möglich, so die Casinos Austria. Nachlesen könne man das unter anderem in deren Geschäftsbedingungen.

Und solche Hinweise gibt es tatsächlich, sogar am Automaten selbst. Allerdings auf Englisch. Nicht relevant laut Merlakus Anwalt, in Österreich sei Deutsch die Amtssprache.

Es zeichnete sich ein Streit ab, zunächst auf Auszahlung es Gewinns, dann auf mehrere Millionen Euro verklagten der unglückliche Glückspilz und sein Anwalt die Casinos Austria. Die blieben hartnäckig und boten eine Entschädigung in Höhe von 500.000 Euro an.

Damit wollte Merlaku nicht leben, „dieser Betrag steht nicht zur Diskussion“ konterte Anwalt Thomas Kerle. Im Nachgang auf das Entgegenkommen des Casinos klagten Spieler und Anwald auf fünf Millionen. Doch auch dieser Schachzug hat offenbar nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Jedenfalls nicht ganz.

Doch einen kleinen Erfolg konnten Merlaku und sein Anwalt schon verzeichnen: außergerichtlich habe man sich inzwischen geeinigt. Die Verhandlungen seien beendet, „das Verfahren wird nicht fortgesetzt“, so Reinhard Flatz, Sprecher des Landgerichts Feldkirch gegenüber der APA.

Die genaue Summe wollte aber keiner der Beteiligten verraten, auch nicht Kerle. Er sagte der Nachrichtenagentur, dass man „ewiges Ruhen“ vereinbart habe und leider nicht mehr über den Ausgang des Falls berichten könne. Doch findige Journalisten kommen immer irgendwie an eine Zahl. Der österreichischen Zeitung „Heute“ soll Merlaku mit einer Entschädigung in Höhe von einer Million Euro nach Hause gegangen sein.

Auch ein anderer Fast-Landsmann von Merlaku verklagte jüngst ein Casino, allerdings ein Online Casino. Und das mit Erfolg. Ein 40-jähriger Linzer verspielte mehr als eine Million Euro in einem Online Casino und klagte dann mit der Begründung, dass das Casino in Österreich gar keine Lizenz habe.

Das Gericht gab ihm Recht, das Online Casino muss ihm das Geld erstatten und der Mann seine Spielschulden, die er bei dem Unternehmen, bei dem er angestellt war, gemacht hatte, abarbeiten.