Freising will Casinos eindämmen

Veröffentlicht am 07/07/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

In Freising hat man eine ganz klare Meinung zu den Spielhallen, die derzeit allerorten wie Pilze aus dem Boden sprießen: Es sind zu viele und ihre Ausbreitung muss unbedingt eingedämmt werden. Deshalb nimmt sich die bayerische Stadt nun ihre Nachbarn Erding zum Vorbild, um ein Konzept zu erarbeiten, wie die Ansiedlung neuer Casinos begrenzt werden kann.

Erding ist schon mitten drin im Kampf gegen die Spielhallen und einen entscheidenden Schritt weiter als Freising. Denn in Erding wurde Anfang dieser Woche ein Konzept verabschiedet,  mit dessen Hilfe die Ausbreitung von Spielhallen gesteuert werden kann. Dabei stützt sich die Stadt Erding auf das Ergebnis einer Untersuchung der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), wonach es in Erding nur zwei mögliche Standorte für solche Automatencasinos geben soll.

Hohe Zahl an Spielhallen

Erding hat ein echtes Problem mit den Spielhallen, denn die Bürger können ihr Geld in mehr als 22 Spielotheken verspielen. Für die GMA ganz klar „eine überdurchschnittliche Ausstattung“. So kämen in Erding auf eine Spielhalle 1.400 Einwohner, in Bayern sind es 3.900 und in ganz Deutschland 4.700. Die hohe Kaufkraft, eine positive Bevölkerungsentwicklung und steigende Übernachtungen seien der Grund für den hohen Anteil, den Erdings Einwohner am Spielhallenkuchen haben.

In Freising sieht es derzeit ganz ähnlich aus. Es gibt an fünf Standorten insgesamt zehn Spielhallen, ein weiteres Casino im Gewerbegebiet Attaching ist in Planung. Und das gegen den Willen der meisten Stadträte, die vergebens versuchten, die Ansiedlung solcher Spielhallen zu verhindern. Es fehlte ihnen bisher an rechtlichen Möglichkeiten, gegen das neue Projekt zu stimmen.

Ein klares Konzept muss her

Um sich für oder gegen eine Spielhalle aussprechen zu können, muss in den Bebauungsplänen der Stadt zunächst klar festgelegt sein, wo sich solche Vergnügungsstätten ansiedeln dürfen. Die Bauverwaltung in Freising arbeitet derzeit an einem Konzeptvorschlag für die Überarbeitung der Bebauungspläne.

Die Analyse, die in Erding die GMA übernommen hat, hat man in der Freisinger Baubehörde selbst vorgenommen. So sei im neuen Plan unter anderem vorgesehen, die Angerstraße neu zu strukturieren und die Wohnbebauung auf der Westseite auszuweiten und Spielhallen von diesem Standort ausgeschlossen werden. Genauso wird es künftig in anderen Bereichen der Stadt ein Verbot für Vergnügungsstätten geben.

Umsetzung braucht Zeit

Bis es aber zu einem endgültigen Konzept über die Verteilung der Casinos im Stadtgebiet kommt und das dann auch entsprechend umgesetzt wird, wird noch einige Zeit ins Land gehen. So geht es auch Erding, denn obwohl man hier schon ein solches Konzept zur Verfügung hat, müssen nach und nach erst einmal alle Bebauungspläne der Stadt entsprechend angepasst und mit einer Begründung versehen werden. Eine Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt.