Fünf Millionen Spielsüchtige in Japan?

Fünf Millionen Spielsüchtige in Japan?

Veröffentlicht am 02/09/14 - bei Admin, Admin Nachrichten

Wenn wir an Japan denken, denken wir an Sushi, Kimonos, Gärten und Tees. Und vielleicht auch an das eine oder andere Manga-Comic. Vielen, die sich mit der Spielkultur des Landes beschäftigen, könnte auch „Pachinko“ einfallen, ein in Japan beliebtes Glücksspiel. Und genau das könnte einer Studie zufolge für viele Japaner zum Problem geworden sein.

Es sind nicht die Online Casinos, die den Japanern „gefährlich“ werden, es sind die Spielhallen mit ihren vielen bunten Pachinko-Automaten.

So knallbunt und fröhlich wie man es von japanischen Gerätschaften gewohnt ist. Casino-Spiele sind nicht erlaubt.

Die Japaner setzen auf Pachinko-Automaten und wetten gern auf alles, was gegeneinander rennen kann. Man denkt aber gerade darüber nach, auch Casino-Spiele zu regulieren. Und wo ein Fortschritt gewagt wird, werden natürlich immer auch negative Stimmen laut, die Bedenken haben.

Zum Beispiel das Japanische Gesundheitsministerium: Dort nimmt man an, dass 4,8 Prozent der Bevölkerung Probleme mit dem Spielen haben könnten. Das wäre eine höhere Quote als in den meisten anderen gut entwickelten Ländern.

Für die Studie wurden 7.000 Personen nach ihrem Spielverhalten befragt mit dem Ergebnis, dass 8,7 Prozent der Männer und 1,8 Prozent der Frauen in Japan als spielsüchtig gelten könnten.

Damit wäre die Zahl der Spielsüchtigen um bis zu fünf Mal höher als in den meisten anderen Industrienationen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer zum Beispiel könnte die in Japan noch weit verbreitete hohe Ansicht über Familienehre, aber auch das persönliche und individuelle Schamgefühl der Betroffenen sein. Über Probleme spricht man nicht. Deshalb mangelt es an Aufklärungsarbeit wie sie hierzulande geleistet wird.

 

Die Spiele selbst sind nicht das Problem

In Deutschland werden die Spieler weitgehend offen über die Probleme mit der Spielsucht informiert. Auch die Online Casinos sind dahingehend oftmals sogar Vorreiter, denn hier finden sich immer Informationen über verantwortungsvolles Spielen, es wird viel daran gesetzt, die Spieler davon abzuhalten, ihr letztes Hemd zu riskieren.

In Japan sind solche Kampagnen noch fremd. „Es mangelt absolut an vorbeugender Information über Spielsucht. Wir sind nicht für ein Verbot des Glücksspiels, denn es eine wirtschaftliche Berechtigung. Wir müssen aber auch die negativen ökonomischen und sozialen Aspekte diskutieren“, fordert Noriko Tanaka, der sich für die Aufklärung japanischer Bürger einsetzt.

Es ist bekanntermaßen nicht alles Gold was glänzt, es ist aber auch nicht alles schlecht, was golden ist. Und für die japanische Wirtschaft sind die Casino Spiele ein schlafender Riese. Die Wirtschaft erwartet Einnahmen in Höhe von 40 Milliarden Dollar jährlich. Ein wichtiger Faktor, nicht nur für Japan. Nun muss die Nation nur noch alles richtig machen und die Spieler aufklären, statt Verbote auszusprechen.