Mit Gesichtserkennung gegen Problemspieler

Mit Gesichtserkennung gegen Problemspieler

Veröffentlicht am 14/01/13 - bei Ander Samson Nachrichten

Die neue Technologie der digitalen Gesichtserkennung ist ein kontroverses Thema, das von Verbraucherschützern über Datenschützer bis hin zur Politik von vielen Interessensgruppen heiß diskutiert wird. Vieles ist möglich, wenn Kameras Gesichter erkennen und im Netz oder in Datenbanken hinterlegten Profilen zuordnen können. In Kanada will man sich die Technologie jetzt Zunutze machen, um Problemspieler in Casinos zu identifizieren.

Die „Ontario Lottery and Gaming Corporation“ (OLG) beispielsweise sieht ganz klar die Vorteile dieser Technologie. Mit ihr will man Spieler, die sich selbst auf eine Sperrliste haben setzen lassen, künftig besser und schneller erkennen und am Betreten eines Casinos hindern.

Auch m kanadischen Staat British Columbia wollte man mit der Technologie Problemspieler vor sich selbst schützen. Doch die dortige „Lottery and Gaming Coorporation“ wurde verklagt, weil die Gesichtserkennungssoftware anscheinend gescheitert sein und Spieler nicht erkannt haben soll.

Die OLG setzt trotzdem weiter auf die Technologie. Mehr als 15.000 Problemspieler hätten sich auf Provinzebene in Sperrlisten eintragen lassen.

Pro Jahr sollen es in ganz Kanada insgesamt mehr als 40 Millionen Neuzugänge sein. Diese immensen Daten sind von Mitarbeitern der Casinos kaum zu bewältigen.

Die OLG setzt daher auf Gesichtserkennung, um den Mitarbeitern dabei zu helfen, Gäste zu identifizieren, die sich freiwillig auf eine solche Sperrliste haben setzen lassen und den Casinos eigentlich fern bleiben wollten.

Wissenschaftler an der Universität von Toronto arbeiten jetzt für die OLG an einem Identifizierungssystem, das den Schutz der Privatsphäre und sensibler Daten gewährleistet – eine Voraussetzung für die Einführung eines solchen Systems in den kanadischen Casinos.

Die Software scannt die Gäste beim Betreten des Casinos und gleicht die Informationen mit Fotos und Profilen in einer Datenbank ab.

Erkennt die Software, dass sich ein Spieler selbst vom Spiel hat ausschließen lassen, wird das Personal darüber informiert und kann den Gast nun zum Verlassen des Casinos bewegen.

Für die OLG Ist das System ein voller Erfolg. Man glaubt auch, dass die Behörden in British Columbia Erfolg haben könnten, wenn sie die in Ontario entwickelte Technologie übernehmen würden. Die BCLC wurde von zwei Problemspielern verklagt, die behaupten, dass das Casino nicht in der Lage war, sie am spielen zu hindern. Eine funktionierende Software könnte solche Probleme künftig verhindern.

Fotos von Gästen, die sich nicht auf einer solchen Liste wiederfanden, werden übrigens umgehend aus dem System gelöscht, um den Schutz der Privatsphäre zu wahren.

Ein solches System klingt sehr viel versprechend und dürfte auch für deutsche Casinos von Interesse sein. Doch auch hierzulande dürften – und das ist sicher auch gut so – Datenschützer bei solchen Vorhaben auf den Plan gerufen werden. Big Brother is watching you...