Glücksspielkommission hat Social Gam(bl)ing auf dem Kieker

Glücksspielkommission hat Social Gam(bl)ing auf dem Kieker

Veröffentlicht am 19/06/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Bwin.Party investiert Millionen in Social Gaming, Playtech hat einen neuen Partner für Social Gaming an Land gezogen und gibt jährlich ebenfalls Millionen dafür aus. Es tut sich was auf diesem Markt.

Anbieter von Social Gaming liebäugeln mit Glücksspielen, Glücksspiel-Anbieter schielen auf Social-Gaming-Angebote. Einem Bericht des Zeitschrift „This Is Money“ zufolge hat nun auch die britische Glücksspielkommission Interesse an sozialen Spielen, schließlich könnten die bald von Bedeutung bei der Vergabe von Glücksspiel-Lizenzen werden.

Offenbar versucht die Kommission gerade herauszufinden, welchen Einfluss die neue Kombination aus sozialen Spielen und Glücksspielen auf die Vergabe von Lizenzen für letztere hat. Angebote, wie Facebook würden die Grenzen zwischen dem Freizeit- und Echtgeld-Spiel verschwinden lassen – eine Entwicklung, die die britische Regierung mit Sorge betrachtet, so John Travers, ein Sprecher der britischen Glücksspielkommission. Die Frage, die sich ihm nun stellt: „... ist es Glücksspiel oder nicht?“

Technisch gesehen wird bei Sozialen Spielen mit virtuellem Geld und um Preise gespielt. So wird es möglich, die rechtliche Definition von „Echtgeldspielen“ zu umgehen. Auf diesem Wege ist es den Anbietern von Social Gaming gelungen zu verhindern, die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden in Großbritannien und den USA auf sich zu ziehen. Doch die Realität scheint anders auszusehen: die Spieler kaufen virtuelle Währung mit echtem Geld und können die gesammelten Punkte in echtes Geld einlösen. Es soll sogar unbestätigte Berichte über einen regelrechten Schwarzmarkt geben, auf dem sich Spieler virtuelle Gewinne für bares Geld kaufen können. Sie werden oft benötigt, um im Spiel schneller voranzukommen.

Doch die Tage, in denen sich Social Gambling am Radar der Glücksspielkommission vorbei schummeln konnte, sind offenbar gezählt. Zu stark ist dieser Geschäftsbereich inzwischen in den Fokus des Interesses gerückt. Das an der Londoner Börse notierte Unternehmen Bwin.Party ist der größte Glücksspielanbieter Europas und kündigte vor Kurzem an, stolze 50 Millionen Dollar in Social Gambling investieren zu wollen. Auch Playtech gab bekannt, im Social Gambling Fuß fassen zu wollen; man beobachte den Markt genau, so das Unternehmen.

Auf der anderen Seite stehen Anbieter von Social Gaming, die nun reges Interesse am Glücksspielmarkt zeigen. Einer der wichtigsten Anbieter von „sozialen Spielen“, Zynga, ist sehr daran interessiert, Glücksspiel und Social Gambling zu kombinieren. Um hier möglichst schnell zu Ergebnissen zu kommen, hat das Unternehmen die Lobbyisten Jeffrey Peck und Justin McCarthy von „Peck, Madigan, Jones & Stewart“ angeheurer, um auf den Legalisierungs- und Regulierungsprozess des Online-Glücksspiels in den USA Einfluss zu nehmen.