Größeres Angebot steigert Spielsucht nicht

Größeres Angebot steigert Spielsucht nicht

Veröffentlicht am 18/11/14 - bei CasinoToplists Nachrichten

Eines der Hauptargumente der Glücksspiel-Gegner: Mehr Glücksspiel-Angebote würden zu mehr Spielsüchtigen führen, scheint nun entkräftet worden zu sein. Einer aktuellen Studie zufolge hat der Anstieg an Spielmöglichkeiten in den USA nicht zu einem Anstieg an problematischem Spielverhalten geführt.

Die Studie mit dem Titel „Spielsucht – ein Jahrzehnt des Wandels“ wurde vom Forschungsinstitut für Süchte (Research Institute of Addictions – RIA) in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Universität von New York in Buffalo (UB) durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie, die über mehr als ein Jahrzehnt lief, wurden erst vor Kurzem in einem Bericht veröffentlicht. Darin untersuchten die Forscher die Auswirkungen des erhöhten Glücksspiel-Angebots in den USA.

Der leitende Wissenschaftler John W. Welte PhD fasste die Ergebnisse der zwei bundesweit durchgeführten Telefonumfragen zusammen, die im Abstand von zehn Jahren durchgeführt wurden. Das Ergebnis der Umfrage ist deutlich: Es gebe „keine signifikante Erhöhung an problematischem Spielverhalten in den USA“, auch wenn es in der Zwischenzeit viel mehr Möglichkeiten gibt, in den USA an Glücksspielen teilzunehmen.

Insgesamt wird weniger gespielt

Die Umfrage zeigte auch, dass insgesamt immer weniger gespielt wird. Während 1999/2000 noch 82,2 Prozent der Befragten sich schon einmal am Glücksspiel versucht haben, waren es in den Jahren 2011 bis 2013 nur noch 76,9 Prozent. Auch die Tage, die insgesamt mit dem Glücksspiel verbracht werden, haben deutlich abgenommen.

Bei der Umfrage wurden den Teilnehmern am Telefon Fragen zu einer Vielzahl von Wettaktivitäten gestellt. Unter anderem wurden Casinos, Gewinnspiele, Online Glücksspiele, Sportwetten, Bingo, Spielautomaten, Rubbellose usw. abgefragt. Dr. Weltes knappes Fazit: In den USA wird heute weniger gespielt.

Eine Feststellung, die Salz in die Wunden der Glücksspiel-Gegner in den USA streuen dürfte. Argumentiren diese doch oft, dass eine weitere Verbreitung von Glücksspielen und der einfachere Zugang zu Glücksspielen die Zahl der Spielsüchtigen erhöhen könnte. Doch diese Vermutung scheint mit den aktuellen Forschungsergebnissen von Dr. Welte und seinem Team nun widerlegt.

Kriterien für problematisches Spielverhalten

Dr. Welte versucht zu erklären, warum nicht mehr Menschen der Spielsucht verfallen seien: Offenbar haben sich die Menschen an den leichteren Zugang zu Glücksspielen gewöhnt. Die Menschen passen sich an neue Situationen immer so an, dass die negativen Folgen der Veränderung verringert werden. Die „Masse“ hat offenbar erkannt, dass Glücksspiele – gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, die innerhalb der zehn Jahre auseinander liegenden Umfragen unter jeweils mehr als 2.500 Teilnehmern durchgeführt wurde, - negative Konsequenzen für das eigene Leben haben könnten.

Wann ein Spieler als problematisch eingestuft wird, wurde anhand folgender Aussagen bestimmt: 

  • Man denkt ständig an Glücksspiele
  • man überlegt, die Einsätze zu erhöhen, um das Spiel spannender zu gestalten
  • man lügt im Zusammenhang mit seinem Spielverhalten
  • man kann nicht mit dem Spielen aufhören

Wer sich in diesen Punkten erkennt, sollte sein Spiel überdenken und sich Hilfe suchen.