Heiraten Sie keinen Casino Mitarbeiter

Veröffentlicht am 15/10/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Es ist schon interessant mit welchen Themen man sich mancherorts an Universitäten beschäftigt. An der Radford Universität im US-Bundesstaat Virginia zum Beispiel hat man sich einmal die Scheidungsquoten unterschiedlicher Berufsgruppen näher angeschaut und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis: Ehen in denen ein Partner in einem Casino arbeitet, werden häufig geschieden!

 

In der Liste der Berufsgruppen, unter denen Scheidungen häufig sind, befinden sich die Mitarbeiter von Casinos immerhin unter den Top 10. Worin der Grund für die häufigen Trennungen liegt ist leider nicht belegt. Über die Ursachen lassen sich also nur Mutmaßungen anstellen. Ob hier weitere Forschungsarbeit betrieben werden soll, ist unklar.

Aufregendes Casino Umfeld

Vermutlich wird es auch etwas mit dem Ort des Geschehens zu tun haben. Casinos üben auf viele Menschen eine hohe Anziehungskraft aus. Sie sind entspannter als in einer anderen Umgebung und wollen das glamouröse Erlebnis in vollen Zügen genießen. Als Angestellter eines Casinos kommt man zwangsläufig häufig mit den Gästen in Kontakt. Sei es als Dealer oder als Mitarbeiter im Gastronomie-Bereich – als Mitarbeiter eines Casinos ist man für Andere eine interessante Person.

Der direkte Kontakt zu den Spielern trägt dann das Übrige zu sich möglicherweise anbahnenden, tieferen Bekanntschaften bei. Dealer erklären die Spielregeln, nehmen Einsätze entgegen und erleben Freud und Leid der Gäste. Versteht man sich auf Anhieb gut, fallen schnell auch röstende oder aufmunternde Worte, das Eis ist gebrochen. Das Kennenlernen dann zu vertiefen, dafür ist ein Casino bestens geeignet: Nach Feierabend kann der Croupier seine neue Bekanntschaft gleich auf einen Drink an der Casino Bar einladen. Wie es dann häufig weiter geht, zeigt die Studie der Radford Universität.

Andere „gefährliche“ Berufe

Natürlich sind nicht nur Angestellte von Casinos gefährdet. Auf Platz eins der für Ehen gefährlichen Berufe landeten mit einer Scheidungsrate von 43,1 Prozent Tänzer und Choreographen. Dicht gefolgt von Barkeepern, denen mit einer Rate von 38,4 Prozent die Ehe auch nicht so besonders heilig zu sein scheint. Aber auch Platz drei ist interessant: Massage Therapeuten gehören mit einer Scheidungsrate von 38,2 Prozent auch nicht gerade zu den Vorbildern in Sachen Ehe. Bei Jägern und Detektiven sieht das schon wieder anders aus. Hier liegen die Qute geschiedener Ehen zwischen 12 und 25 Prozent.

Grund für die hohen Scheidungsraten vor allem der ersten Plätze dürfte, genau wie bei Mitarbeitern von Casinos, die aufregende Arbeitsumgebung sein. In diesen Berufen ist man ständig in Kontakt mit fremden Menschen, lernt viele Leute kennen und kommt sich im Falle des Massage-Therapeuten sogar körperlich näher. Da springt schnell der eine oder andere Funke über.

Wer sich also einen Casino-Mitarbeiter, Tänzer, Masseur oder Barkeeper angeln will, der sollte gut überlegen. Frei nach dem Motto: Drum prüfe, wer sich ewig bindet.