Keine Spielautomaten in Kneipen

Veröffentlicht am 14/02/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Es war ein recht harter Vorstoß, den Deutschlands Drogenbeauftragte, Mechthild Dyckmans (FDP), vor einigen Tagen getan hat: Künftig sollten Spielautomaten aus allen Kneipen sowie an Tankstellen, ein Einkaufszentren und in Flughäfen abgebaut werden. Mit ihrer Idee will Dyckmans vor allem Jugendliche vor den Gefahren der Spielsucht schützen, denn diese könnten dort spielen, obwohl das Jugendschutzgesetz dies nicht erlaube. Doch Gesundheitsminister Philip Rösler hält nicht viel von den Plänen seiner Parteikollegin.

Neben der Verbannung der bundesweit ungefähr 70.000 Spielautomaten forderte die Drogenbeauftragte außerdem, dass für die mehr als 10.000 Spielhallen in Deutschland härtere Auflagen eingeführt werden sollten. Mit ihrem Vorstoß trifft Dyckmans jedoch nicht auf breite Zustimmung. Die zuständigen Ministerien reagierten nach Bekanntwerden der Idee der Drogenbeauftragten mit Zurückhaltung.

„Es gibt intelligentere Lösungen“

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) distanzierte sich einen Tag später von den Vorschlägen seiner Parteikollegin. Es gibt intelligentere Lösungen als Aufstellverbote“, so Rösler gegenüber der „Ruhr Nachrichten“. Doch grundsätzlich unterstützt auch er das Bestreben, das seine Kollegin mit ihrer Idee hatte: Den Jugendlichen muss der Zugang zu den Spielautomaten erschwert werden. Die Einführung einer Spielerkarte könnte für Rösler der bessere Weg sein.

Diese Spielerkarten sind Chipkarten, die mit Geldbeträgen aufgeladen werden und dann zum Spielen in den Automat gesteckt werden. Ohne diese Karten könnte man an den Automaten künftig nicht spielen. Deutscher Marktführer im Segment der Spielautomaten ist die Firma Gauselmann. Deren Chef, Paul Gauselmann, äußerte sich ebenfalls zu Dyckmans Ideen in den Medien: „Auf freiwilliger Basis sind wir bereit, eine Spielsperrkarte einzuführen“. Wer Spielen will, müsste die Karten dann zuvor beim Gastwirt verlangen. Damit wäre eine bessere Kontrolle der Geräte möglich.

Spielerkarte trifft auf Zustimmung

Gesundheitsminister Rösler hält viel von der Idee, eine Spielerkarte einzuführen. Damit hätten die Spielhallenbetreiber eine Möglichkeit, bei der „Ausgabe der Karte“ zu „prüfen, ob die Person volljährig ist“, so Rösler. „Außerdem kann der Verlust begrenzt werden. Und es wird verhindert, dass eine Person an mehreren Automaten gleichzeitig spielt“, so Rösler weiter. Grundsätzlich müsse der Jugendschutz verbessert werden. So müssten Ausweiskontrollen durchgeführt und die Mitarbeiter in Spielhallen und Gaststätten besser geschult werden.

So erklärte Rösler dann auch abschließend, dass er sich mit der Drogenbeauftragten Mechthild Dychmans in jedem Fall darüber einig sei, den Spielerschutz an Spielautomaten „deutlich zu verbessern“. Denn bei rund 300.000 spielsüchtigen Menschen in Deutschland, ist die größte Gruppe süchtig nach Spielautomaten. „Dieses Problem dürfen wir nicht ignorieren“, so Gesundheitsminister Philip Rösler.

Hier bieten wir auch eine Information zu verantwortungsbewußten spielen.