Las Vegas: Mega Riesenrad läuft nicht rund

Las Vegas: Mega Riesenrad läuft nicht rund

Veröffentlicht am 17/03/15 - bei CasinoToplists Nachrichten

Es sollte die neue Attraktion für Las Vegas werden und der Stadt ein neues Gesicht geben: Das Riesenrad „High Roller“ im neuen Shopping- und Entertainment-Quartier „The Linq“. Investor Ceasar's Entertainment hat sich mit dem angeblich größten Riesenrad der Welt neue Einnahmen erhofft – doch auch fast ein Jahr nach der Eröffnung läuft es für das Riesenrad noch nicht rund.

Noch hängt Ceasar's mit dem „High Roller“ zwar noch nicht in einer Schuldenspirale, doch die 168 Meter hohe Konstruktion, auf der sich der Las Vegas Strip wunderbar überblicken lässt, hat sich auch noch nicht zur erhofften neuen Attraktion entwickelt.

Eröffnet wurde es im vergangenen Jahr als Teil der 550 Millionen Dollar schweren „Wiederbelebung“ der Gegend zwischen dem „Flamingo“ und „The Linq“. Es steht für einen Trend, der sich über ganz Las Vegas erstreckt: Die Stadt will ihr Angebot ausweiten, nicht mehr nur für Casinos und Glücksspiel allein stehen. Man will Unterhaltung abseits von Online Slots, Poker & Co. anbieten.

Die künftigen Gäste der Stadt sollten das Riesenrad dem Roulette-Rad vorziehen – doch dieser Gedankengang geht offenbar nicht auf. Zwar besuchen laut offizieller Statistik 5.000 Besucher täglich das Riesenrad, doch damit liegt der „High Roller“ noch weit unter den Erwartungen von 8.000 bis 11.000 Gästen täglich. Aufs Jahr gerechnet sollte das Rad 3 bis 4 Millionen Menschen über die Dächer der Stadt bringen.

Eine nicht ganz so abwegige Schätzung, wenn man bedenkt, dass jährlich 41 Millionen Reisende die Stadt der Sünde und Unterhaltung besuchen.

Bei der Konkurrenz läuft's

Die Schätzungen bei der Planung des „High Roller“ Riesenrades in Las Vegas basieren unter anderem auch auf den Erfahrungswerten, die die Konkurrenz in diesem Geschäft gemacht hat. Das „London Eye“, ein Riesenrad an der Themse, hat sich für London zu einer echten Attraktion entwickelt. Fast vier Millionen Gäste fuhren mit ihm in luftige Höhen, das „Empire State Building“ in New York erklommen im selben Jahr 3,5 Millionen Besucher und auch den „Stratosphere Tower“ in Las Vegas konnte im Planungsjahr 2010 700.000 Besucher verzeichnen.

Das „High Roller“ Riesenrad wird bisher hauptsächlich von Freizeit-Touristen besucht. Die neue Marketing-Strategie soll nun auch Geschäftsreisende und Gruppen für das Riesenrad begeistern. Gutschein-Deals und Sparpreise für Fluggesellschaften gibt es schon, Gäste aus Nevada erhalten die Fahrt zum halben Preis – und die neue „Happy Half Hour“ Aktion, bei dem während der 30-minütigen Fahrt die Bar „geplündert“ werden kann, scheint gut anzukommen – immerhin ein Viertel aller Tickets seien „Happy Half Hour“ Tickets.

Noch hat sich das „High Roller“ also nicht bezahlt gemacht. „Umsonst“ wurden die 3,6 Millionen Tonnen Stahl aber sicher nicht verbaut – das Riesenrad bietet einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und das zu einem relativ fairen Preis. Eine Fahrt am Tag kostet 24,95 Dollar (ca. 24 Euro), eine Fahrt in der Nacht kostet 34,95 (ca. 33 Euro) Dollar. Und nicht zu vergessen: Geheiratet werden kann im Riesenrad natürlich auch...