Mehr Jugendschutz an Spielautomaten

Veröffentlicht am 20/07/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Spielautomaten sind bunt, sie blinken, sie sind einfach zu bedienen und sie locken in vielen Gaststätten, Spielhallen oder an anderen Orten in der Stadt. Sie sind berall und man kommt ganz leicht an sie heran - auch Jugendliche, die den bunten Automaten kaum widerstehen können. Dagegen will man in Hamburg jetzt vorgehen. Die Politiker von der Gränen Alternativen Liste (GAL) haben eine entsprechende Initiative dazu im Hamburger Rathaus vorgestellt.

Spielsucht ist in Deutschland und anderswo auf der Welt ein bekanntes Problem, gegen das versucht wird durch strikte gesetzliche Regelungen, wie den Glücksspielstaatsvertrag, vorzugehen. Der verbietet das Angebot von und die Werbung für Glücksspiele im Internet – ob Lotto, Bingo oder Casinos, im weltweiten Netz dürfen die Deutschen nicht spielen. Dennoch seien hierzulande bis zu 800.000 Menschen spielsüchtig, so die GAL-Gesundheitspolitikerin Linda Heitmann gegenüber Welt Online.

Den Zugang erschweren

Den Grund dafür sieht sie unter anderem in der leichten Zugänglichkeit von Spielautomaten. Anders als zum Beispiel Zigarettenautomaten unterliegen die Spielautomaten keiner Altersbeschränkung. Es gibt an ihnen keine Abfrage mittels Chipkarte oder Lesegerät für den Personalausweis. „Ein Weg der Suchtbekämpfung und zur Einhaltung des Jugendschutzes kann es sein, den Zugang zu diesen Angeboten für Jugendliche zu erschweren“, so Heitmann.

Aus diesem Grund hat die GAL-Fraktion einen Antrag erstellt, der genau solche Altersschranken an den Automaten vorsieht. „Mit dem vorliegenden Antrag wollen wir den Jugendschutz im Bereich des Glücksspiels stärken. Wir wollen, dass die bestehenden Regelung wirksam durchgesetzt werden.“ Genau wie bei den Zigarettenautomaten sollt es auch an den Spielautomaten kein Problem sein, solche Zugangssperren anzubringen.

„Wer zu jung zum Umgang mit Glücksspiel ist, darf zudem die Jugendschutzregeln nicht einfach umgehen können, indem er etwa ins Internet ausweicht,“ so Heitmann weiter. Die kürzlich in Hamburg durchgeführte Schulbus-Studie zeige ganz deutlich, dass jeder zehnte Schüler regelmäßig im Internet spielt. Doch Vorrang hat jetzt erst einmal die Sperre für die Spielautomaten. Wer alt genug ist, hat übrigens nicht mit Restriktionen zu fürchten.

Komplettes Verbot in Österreich

Nicht nur den Jugendschutz, sondern den kompletten Spielerschutz, hat man im österreichischen Vorarlberg im Sinn. Dort will man am Verbot der Automaten festhalten, obwohl die Regierung das Glücksspiel kürzlich erst neu geregelt hat. Schärfere Kontrollen und weniger Geräte sind den Vorarlbergern aber noch nicht genug, hier steht man dem Glücksspiel sehr kritisch gegenüber, weshalb die Automaten dort verboten bleiben.

Auch das „Institut für Höhere Studien“ steht dem Glücksspiel kritisch gegenüber und sieht große Gefahren darin. Deshalb hat das Institut den Bundesländern in Österreich empfohlen in ihren jeweiligen Regelungen härter gegen das Kleine Spiel vorzugehen, als der Bund es mit seiner Novelle vorsieht.