Zocken im Namen des Herrn

Veröffentlicht am 12/10/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Glücksspiel und Kirche bzw. Religion – das passt nicht zusammen. Ein aktueller Film aus Amerika will uns jetzt das Gegenteil beweisen. „Holy Rollers“ zeigt fromme Christen beim Black Jack; und die räumen dabei richtig ab. In die deutschen Kinos hat es der Film zwar nicht geschafft, aber einen gemütlichen Abend vor dem heimischen Fernseher verspricht der Streifen allemal.

„Holy Rollers – Die Wahre Geschichte über Karten zählende Christen“ heißt die 93-minütige Dokumentation, die sich ganz dem heiligen Kartenspiel widmet. Ganz so heilig ist das Spiel natürlich nicht, aber die Christen biegen sich ihre religiösen Regeln schon so zurecht, dass sich das Glücksspiel mit den eigenen strengen Vorschriften und Ansichten vereinbaren lässt.

 

Die Robin Hoods der Kirche

Alles begann mit zwei Christen, die sich das Kartenspielen als Hobby ausgesucht hatten und sich schließlich irgendwann mit Black Jack befassten. Über kurz oder lang stößt jeder dabei auch auf das Thema Kartenzählen. So auch die zwei „Heiligen“. Doch wie vereinbart man das sündige Glücksspiel mit dem eigenen Glauben? Ganz einfach: man verteufelt Casinos als sündige Orte und bringt sie im Robin-Hood-Stil um ihr Geld.

Die Idee findet schnell Anklang und so wird aus dem Zweierteam schnell eine größere Gruppe von christlichen Kirchgängern, die sich dazu erhebt, die Casinos im Namen Jesu mit Black Jack zu erobern. Alles natürlich ganz im Sinne des christlichen Glaubens und von christlicher Nächstenliebe motiviert. Doch egal ob Christ oder nicht – die Casinos sehen es nicht gerne, wenn Personen oft und viel gewinnen. Entsprechend schwer machen die den zockenden Christen ihr neues Hobby.

 

Begeisterung in Seattle

Als der Film auf dem Internationalen Filmfestival im amerikanischen Seattle gezeigt wurde, erntete er viel Begeisterung und anschließend auch Beachtung auf anderen Filmfestivals in Amerika. Mainstream ist der Film allerdings nicht, weshalb er es auch nicht in die Kinos schaffte. Auch der Sprung auf den deutschen Markt blieb dem Streifen leider verwehrt. Wer ihn sich trotzdem ansehen will, kann ihn bei Connell Creations direkt bestellen, geliefert wird auch nach Deutschland.

Wer für seinen Black Jack DVD-Abend lieber auf altbewährte Klassiker zurückgreifen möchte, ist mit „21“, dem wohl berühmtesten Film über ein Glücksspiel, immer gut beraten. Gute Unterhaltung ist da garantiert, ob das auch bei den „Holy Rollers“ der Fall ist, können wir leider (noch) nicht beurteilen. Der Trailer ist allerdings viel versprechend.