Poker-EM in Baden: Betrüger fliegt auf

Veröffentlicht am 02/11/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Die Poker-EM in Baden steht in diesem Jahr nicht nur im Zeichen von Gewinnern und Verlierern, sondern auch von Betrügern. Am Rande der Poker-EM ist nach Angaben der österreichischen Zeitung „Kurier“ ein mutmaßlicher Poker-Betrüger von zwei Opfern gestellt und der Polizei übergeben worden – auf unkonventionelle Art und Weise. Ermittelt wird jetzt sowohl gegen Betrüger als auch die Opfer.

Millionen soll Poker-Spieler Maximilian A. beim Online Poker von seinen Opfern, darunter auch bekannte Poker-Spieler, ergaunert haben. Vorgegangen sei er dabei offenbar mit Hilfe eines Spionageprogrammes, das er auf den Computern seiner Opfer eingeschleust haben soll. Das Programm soll es Maximilian A. ermöglicht haben, in die Karten seiner Gegner zu blicken. Damit war es für ihn offenbar ein Leichtes, beim Texas Hold'em Poker Millionen zu gewinnen.

 

Zwei Opfer stellen den Täter

Während der Poker-EM in Baden, an der auch der mutmaßliche Täter Maximilian A. teilgenommen hatte, kam es dann zum Aufeinandertreffen von zwei vermeintlichen Opfern mit Maximilian A. Die beiden fackelten nicht lange, suchten A. in seinem Hotelzimmer auf und stellten ihn zur Rede. „Er wurde festgehalten und befragt, bis er die angeblichen Betrügereien zugab“, so Oberst Walter Santin gegenüber der Zeitung.

Um etwa fünf Uhr morgens am 28. Oktober tauchte das Trio dann bei der Stadtpolizei Baden auf. Dort gaben die beiden mutmaßlichen Opfer an, von A. beim Online Poker betrogen worden zu sein. Um einmal 40.000 Dollar und einmal 350.000 Dollar soll Maximilian A. die Pokerspieler erleichtert haben.

 

Mehrere Computer beschlagnahmt

Auf dem Polizeirevier wollte Maximilan A. von seinem Geständnis im Hotelzimmer dann aber offenbar nichts mehr wissen. Gegenüber der Polizei sagte er, zu dem Geständnis gezwungen worden zu sein. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, wurden die Computer der Beteiligten beschlagnahmt. Sie werden jetzt von Spezialisten des Landeskriminalamtes Niederösterreich eingehend untersucht.

Inzwischen laufen die Ermittlungen wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs gegen Maximilian A. Aber auch seine zwei mutmaßlichen Opfer müssen mit einer Strafverfolgung rechnen, gegen sie wird wegen Nötigung und Freiheitsentzug ermittelt.

Maximilian A. ist in der Szene offenbar kein Unbekannter, seine Kontakte bei Facebook lesen sich der Zeitung zufolge „wie das Who is who der Pokerszene“. Entsprechend überrascht zeigt sich einer der bekanntesten Spieler Österreichs, Erick K.. Er glaubt, dass „A. Von einer Bande dazu gezwungen worden ist.“ Ob diese Vermutung zutrifft, werden die Ermittlungen zeigen müssen.