Die USA streiten über das Glücksspiel

Veröffentlicht am 30/10/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Nicht nur in Deutschland zermartern sich die Politiker derzeit die Köpfe darüber, wie und ob das Online-Glücksspiel geregelt werden soll, auch in den Vereinigten Staaten geht es aktuell darum, neue Regelungen für das Medium zu finden.

Mitglieder des Energie- und Wirtschaftsausschusses des Repräsentantenhauses berieten Anfang der Woche darüber, wie es mit dem Glücksspiel im Internet weiter gehen solle. Das Ergebnis ernüchterte viele Beobachter: es gab keines.

Trotz des ergebnislosen Ausgangs der Beratungen war es eine wichtige Versammlung, die da Anfang der Woche in den USA stattfand. Der Ausschuss hörte sich diverse Stimmen und Meinungen zum Thema Glücksspiel im Internet an, doch der Schluss, den die Vorsitzende Mary Bono Mack daraus zog, war folgender: um endgültig über den künftigen rechtlichen Umgang mit dem Online-Glücksspiel entscheiden zu können, müssen zunächst weitere Studien zum Thema erfolgen.

 

Die Pro-Online-Glücksspiel-Stimmen

Der Vorstoß aus den Reihen jener, die sich für das Glücksspiel im Internet aussprechen, lautete wie folgt: Das Online-Glücksspiel sei eine Realität, die trotz des Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) nicht geleugnet werden könne. Da es nicht möglich ist, in den USA legal im Internet zu spielen, wandern die Spieler auf ausländische Plattformen ab. Durch das Spielen auf diesen nicht-regulierten Seiten begeben sich zum einen die Spieler in Gefahr, übers Ohr gehauen zu werden, zum anderen verliert der amerikanische Staat dabei Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.

 

Die Kontra-Online-Glücksspiel-Stimmen

Eine Gruppe, die sich gegen das Online-Glücksspiel aussprach, waren die staatlichen Lotterien. Ihr Argument, sich gegen das Glücksspiel im Internet auszusprechen, lautete wie folgt: die Spieler würden sich von den staatlichen Lotterien abwenden und Geld auf diesem Wege den Staat verlassen. Es wurde darauf verwiesen, dass das Geld, das derzeit über die Lotterien eingenommen wird, unter anderem der Bildungsförderung zukommt. Diese Gelder würden mit einer Öffnung des Online-Marktes künftig geringer ausfallen oder gar wegfallen.

Noch weitere Punkte wurden während der Anhörung angesprochen: Joe Barton, Mitglied des Repräsentantenhauses aus Texas betonte, dass Poker eigentlich ein Geschicklichkeitsspiel sei und Online Poker deshalb erlaubt werden solle. Auch die Frage der Spielsuchtproblematik und der daraus entstehenden Kosten, wurde während der Anhörung erörtert.

Vorsitzende Mack fasste die Gespräche wie folgt zusammen: „Es gibt einfach noch zu viele Punkte, die konkretisiert werden müssen...“ Weitere Studien müssen durchgeführt werden, bevor endgültig darüber beraten werden kann, ob und in welcher Form das Glücksspiel im Internet in den USA zugelassen wird.