Novomatic will 1000 neue Arbeitsplätze schaffen

Veröffentlicht am 16/12/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

In Österreich beginnt im nächsten Jahr das Gerangel um die Lizenzen der Spielbanken. Zum ersten Mal werden diese europaweit ausgeschrieben. Für den bisherigen Inhaber, Casinos Austria, ein herber Schlag, denn mit einer Vergabe der Konzessionen an Andere, entgehen dem Unternehmen wichtige Einnahmen. Der größte Konkurrent kommt aber aus dem eigenen Land und heißt Novomatic.

Wie die Zeitung „Die Presse“ meldet, will Novomatic „möglichst viele“ Lizenzen erwerben: 60  Prozent der Automatenlizenzen und so viele Lizenzen für Spielbanken wie möglich, stehen auf dem Wunschzettel von Novomatic. Leisten kann sich der Automatenhersteller das offensichtlich, denn in diesem Jahr wird der Rekordumsatz von vor zwei Jahren nochmal übertreffen.

In die Lizenzen und die Spielbanken will Novomatic 100 Millionen Euro investieren und damit unter anderem 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen – zusätzlich zu den 2.750, die es in der Branche bereits gibt. „Wir können erstmals Spielbanken in Österreich betreiben“, wird Franz Wohlfahrt, Chef von Novomatic in der Zeitung zitiert.

Der Markt wird neu geordnet

Im Juni 2011 werden die Lizenzen für österreichische 15 Spielbanken und eine Lizenz für ein Poker-Casino ausgeschrieben. In einzelnen Bundesländern werden auch Konzessionen für Automaten vergeben, mit Ausnahme von Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo die Glücksspielautomaten auch weiterhin verboten bleiben.

Erstmals wird diese Ausschreibung europaweit passieren, ein ganz neues Vorgehen in Österreich, bisher wurden die Konzessionen nur an Unternehmen vergeben, die in Österreich ansässig sind. Für die Casinos Austria bedeutet das viel Konkurrenz, für den Automatenhersteller Novomatic eine große Chance. Ein „historisches Jahr“ bricht für Novomatic an, so Wohlfahrt.

Auch Online-Glücksspiel regeln

Das Glücksspiel im Internet ist ebenfalls Thema in Österreich. Der Markt wächst rasant, das merken nicht nur die Spielbanken in Österreich. Auch in Deutschland machen sich die Auswirkungen des Online Glücksspiels bemerkbar: Den Spielbanken bleiben die Spieler aus, viele wandern auf ausländische Plattformen aus, weil es sich auf diesen bequem von Zuhause spielen lässt. Die staatlichen Anbieter dürfen seit Inkrafttreten des deutschen Glücksspielstaatsvertrages online kein Glücksspiel mehr anbieten. Das stellt den Schutz der Spieler aber jetzt vor große Probleme, denn die Abwanderung kann noch weniger kontrolliert werden. Doch in Deutschland arbeitet man daran, eine Neuordnung des Glücksspielmarktes ist auch hier Thema.

In Österreich will man in das Online Glücksspiel in den nächsten ein bis zwei Jahren regeln. Wie sich das dann bei unseren Nachbarn ausgestalten wird, bleibt abzuwarten. Wohlfahrt ist jedoch der Meinung, dass auch die Lotterie-Lizenzen gleich mit überarbeitet werden müssten, denn diese enthalten auch das Recht, so genannte Video Lotterie Terminals und Online Spiele anzubieten. Und diese Lizenz liegt derzeit noch alleine bei den Casinos Austria.