Novomatic will an Lizenzen

Veröffentlicht am 13/10/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Das nächste Jahr dürfte in Österreich ein spannendes für die Glücksspielbranche werden. Zum ersten Mal werden die Spielbankenlizenzen auch an Unternehmen mit Sitz im EU-Ausland vergeben. Für den bisherigen Lizenzinhaber, Casinos Austria, bedeutet das große Konkurrenz. Und diese kommt auch aus dem eigenen Land: Der österreichische Spielautomaten Hersteller Novomatic will beim Gerangel um die Glücksspiellizenzen mitmachen.

15 Lizenzen werden im nächsten Jahr für die Spielbanken in Österreich vergeben und Novomatic will davon eine „möglichst hohe Anzahl“ für sich gewinnen können. Der Generaldirektor des Unternehmens aus Gumpoldskirchen, Dr. Franz Wohlfahrt, zeigte sich bei einem Pressegespräch in Malta jetzt schon zuversichtlich. Novomatic betreibt dort seit 1. Juli dieses Jahres ein Casino.

Kampf gegen illegales Glücksspiel

Die Beteiligung an Ausschreibungen ist für Novomatic ein wichtiger Schritt. Die Urteile des EuGH zeigen, dass es auch beim Thema Glücksspiel immer mehr in Richtung eines geöffneten Marktes gehen wird. Hier ist der Kampf gegen illegales Glücksspiel auch für Novomatic ein wichtiges Thema, das mit auf die Agenda gehört.

Wer sich derzeit auf dem Markt schon nicht an Vorschriften halte, können auch bei der künftigen Verteilung von neuen Lizenzen nicht „fit und proper“ sein. So geht Wohlfahrt derzeit „realistisch gesehen“ von etwa zehn internationalen Unternehmen als „ernst zunehmenden Konkurrenten“ aus. Kein schlechter Stand also für den österreichischen Glücksspiel-Konzern.

Auch Lotto-Lizenzen interessant

In Österreich werden in der nächsten Zeit auch die Lizenzen für das Lotto neu vergeben. Auch hier zeigt Novomatic großes Interesse. „Wir sehen Potential, das es überlegenswert macht“, so Wohlfahrt bei dem Pressegespräch auf Malta. Im Gegensatz dazu sieht er beim Thema Poker jedoch „wirtschaftlich keinen hohen Gehalt“.

Auch die wirtschaftliche Krise und die daraus resultierende Spielmüdigkeit der Casino Besucher war Thema bei dem Pressegespräch. Doch offenbar steigt die Spielfreude wieder an, man erwartet, an die Erfolge von 2006 und 2007 anschließen zu können. Seit Anfang Juli steigen die Umsätze wieder, der Trend kehrt sich um. Eine gute Nachricht auch für die übrigen Unternehmen der Branche – es wird wieder mehr gespielt.

Das Gespräch mit der Presse fand auf der Mittelmeerinsel Malta statt. Dort betreibt Novomatic seit Sommer dieses Jahres das Casino „Dragonarea“. Das „jüngste Kind“ von Novomatic verfügt über 253 Spielautomaten und 23 Spieltische. In Österreich wäre es laut Wohlfahrt damit die „Nummer eins“. Die Lizenz für die Spielbank ging an ein Konsortium, an dem die Novomatic-Tochter Austrian Gaming Industries (AGI) mit 40 Prozent beteiligt ist.