Österreich: Spielautomaten bald legal

Veröffentlicht am 29/10/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

In Österreich ist man schon weiter als in Deutschland. Dort wurde das Glücksspiel vor kurzem neu geregelt. Diese Entscheidung trägt nun langsam Früchte: Der Landeshauptmann Josef Pühringer und Landesrat Hermann Kepplinger gaben am vergangenen Mittwoch bekannt, dass das neue Gesezt über das so genannte kleine Glücksspiel im Dezember verabschiedet werden soll.Angekündigt war die bevorstehende Legalisierung schon länger, jetzt wird es konkret. Noch im Dezember soll das neue Gesetz im österreichischen Landtag verabschiedet werden und ab Januar 2011 in Kraft treten, wenn alles nach Plan verläuft. Das neue Gesetz hätte zur Folge, dass Konzessionen für das Betreiben von Spielautomaten europaweit ausgeschrieben würden.

Den Wildwuchs bekämpfen

Es geht um insgesamt 1.173 Spielautomaten, für die Konzessionen verteilt werden sollen. Die Genehmigungen für das Betreiben der Geräte würden bereits im April vergeben, erste Einnahmen für die öffentlichen Kassen in Österreich könnte das dann schon ab Juni bedeuten. Wo und wie viele Automaten die Inhaber der Konzessionen dann aufstellen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Im Sommer dieses Jahres hat man sich in Österreich intensiv mit der Neuregelung des kleinen Glücksspiels auseinandergesetzt. Man wollte den bisherigen Wildwuchs eindämmen und ein zwar strengeres, aber so auch besser kontrollierbares System schaffen. Die Wirtschaftskammer Österreichs geht derzeit von 2.500 bis 3.000 illegalen Automaten in Oberösterreich aus, das neue Gesetz soll diesen den Garaus machen. „Ein Automat, der nicht angeschlossen ist, ist zu kassieren“, so Pühringer.

Natürlich geht es bei der Legalisierung und Neuregelung des kleinen Glücksspiels auch um die Einnahmen, die dem Land Österreich daraus zufließen; sie seinen „ein angenehmer Nebeneffekt“, so Pühringer.

Strenge Kontrollen für Spielerschtuz

Die Grundlagen für eine bessere Kontrolle über kleine Glücksspiel wurde bereits im Sommer geschaffen. Strengere Zutrittskontrollen und das Verbot von Parallelspielen an mehreren Automaten sowie eine Vernetzung aller Spielautomaten mit dem Bundesrechenzentrum sollen den Schutz der Spieler gewährleisten. Darüber hinaus wurde auch über eine maximale Spieldauer gesprochen und auf drei Stunden pro Person und Tag festgelegt. Im Gegenzug zu den strengeren Regelungen wurden die Maximaleinsätze und Gewinne deutlich erhöht.

Der Jugendschutz soll in Österreich künftig über die Ausweispflicht und eine nummerierte Spielerkarte erfolgen. So sollen Jugendliche besser davon abgehalten werden, illegal an den Automaten zu spielen. Vor allem in Gaststätten ohne Einlasskontrolle war das bisher ein Problem. Deshalb würden die beiden Landesmänner auch die Variante reiner Spielsalons bevorzugen, doch die Gastwirte hätten in diesem Fall heftig protestiert.

Tritt das neue Gesetz wie geplant am 1. Januar 2011 in Kraft, so wird die Situation in Österreich spannend. Aus ganz Europa werden sich dann Glücksspielanbieter um Konzessionen bewerben, der Wettbewerb wächst. Welche der Bewerber am Ende die Konzessionen für die Spielautomaten bekommen, bleibt abzuwarten.