Online Glücksspiel bringt Millionen

Veröffentlicht am 29/07/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Wenn man den Deutschen in Österreich in einem Voraus ist, dann auf jeden Fall im Profitieren von Einnahmen aus dem Online Glücksspiel. Zwar ist auch in Österreich das illegale Zocken auf ausländischen Plattformen verschmäht, aber die eine staatliche Online-Plattform, auf der die Spieler ihre Wetten abgeben können, brachte dem Staat auch im Krisenjahr 2009 Einnahmen in Millionenhöhe ein. Damit war win2day.at das lukrativste Segment der staatlichen Lotterien in Österreich.

In unserem Nachbarland verdient der Staat beim Glücksspiel nicht nur an den Steuereinnahmen, sondern auch an den Gebühren, die beim Spielen anfallen. Im vergangenen Jahr waren dies allein dank der Online-Plattform und der so genannten Video Lotterie Terminals (VLT) satte 18,65 Millionen Euro – die Steuern sind hier noch nicht mit einkalkuliert.

Online Glücksspiel boomt

Der Österreicher liebstes Kind war eigentlich immer die Lotterie, jetzt scheinen sie sich immer stärker für das Online Glücksspiel zu interessieren. Vor fünf Jahren lagen die Einnahmen aus den elektronischen Lotterien erst 8,97 Millionen Euro an Gebühren ab, hat sich die Summe inzwischen mehr als verdoppelt. Wie sich die Einnahmen jedoch künftig nach Inkrafttreten der Glücksspielnovelle entwickeln werden, lässt sich noch nicht sagen.

Vom wachsenden Interesse an Online-Angeboten profitiert auch die Plattform, win2day.at, selbst. Sie erzielte im Jahr 2009 einen Umsatz von 1,07 Milliarden Euro, das entspricht einem Wachstum um rund 13 Prozent.

Sportwetten beliebt

Auch Sportwetten und andere Glücksspiele sind in Österreich beliebt und bescherten dem Staat hohe Einnahmen. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beliefen sich die Einnahmen in 2009 auf 8,08 Millionen Euro bei Sportwetten und auf 1,07 Millionen Euro aus dem sonstigen Glücksspiel. In den übrigen Bundesländern lagen die Einnahmen zwischen 110.212 Euro und 912.955 Euro.

Ein Stück vom Kuchen

Nach der Glücksspielnovelle werden die Stimmen der Suchtberatungsstellen in Salzburg und Niederösterreich laut. Das „Institut Glücksspiel & Abhängigkeit“ und die „Selbsthilfegruppe Anonyme Spieler“ meint, dass „sich Bund und Länder eine goldene Nase am Unglück der Spielsüchtigen“ verdienen, aber für Hilfseinrichtungen und Beratungsstellen nicht entsprechend mehr finanzielle Unterstützung vom Staat vorgesehen sei.

Zwar gibt es auch klinische Beratungsstellen, die Unterstützung vom Staat erfahren, aber nach Wunsch der beiden Institute sollten auch außerklinische Stellen einen Teil der Glücksspielabgaben erhalten. Viele Süchtige würden sich lieber anonym in einer privaten Einrichtung beraten lassen, anstatt sich an die Psychiatrie zu wenden. „Dort muss man die Anonymität aufgeben – wenn das der Arbeitgeber erfährt“, so Roman Neßhold vom Salzburger „Institut Glücksspiel & Abhängigkeit“ gegenüber der APA.

Die Einrichtung rechnet in diesem Jahr mit 350 bis 400 Hilfeanfragen und um diesen helfen zu können, „gehört eine solide Finanzierung her, damit wir nicht dauernd betteln gehen müssen und auf Spenden angewiesen sind“, so Neßhold weiter.