Spiele aus aller Welt - Pachinko

Spiele aus aller Welt - Pachinko

Veröffentlicht am 14/02/13 - bei Ander Samson Nachrichten

In dieser Artikelserie machen wir uns auf zu neuen Spielewelten. Kommt mit und lernt neues, altertümliches, außergewöhnliches und unfassbares kennen. Dieses Mal führt uns unsere Reise in das Land der aufgehenden Sonne nach Japan und wir versuchen euch das dort sehr populäre Pachinko etwas näher zu bringen.

Was ist Pachinko?

Bei Pachinko handelt es sich es sich um eine Mischung aus Slot Machine und Flipper. Das Spiel erfreut sich in Japan großer Beliebtheit. In den bunten Spielhallen herrscht ein ungeheurer Lärmpegel, der durch das Fallen tausender Metallkugel, lauter japanischer Popmusik und dröhnende Werbedurchsagen verursacht wird.

Wie funktioniert Pachinko?

Der Spieler kauft zunächst eine große Anzahl an kleinen Metallkugeln. Der Mindesteinsatz beträgt 500 Yen (knapp 8 Mark) für 100 Kugeln. Dann muss er sich überlegen wie viele er davon einsetzen möchte und diese anschließend oben in den Automaten füllen.

Mit einem Hebel kann er die Geschwindigkeit bestimmen mit der die Kugeln durch ein Labyrinth aus Löchern, Stiften und Taschen geschossen werden. Manche Spieler brauchen nur wenige Minuten, um ihre Kugeln zu verschießen, aber in der Regel liegt die durchschnittliche Spieldauer bei zwei bis drei Stunden.

Ziel des Spiels ist es die Bälle in eines der Speziallöcher oder in die Gewinntaschen zu bugsieren, um einen Bonus zu erhalten. Wenn der Ball ans Ende des Automaten rollt ohne in eines der Löcher zu fallen, dann gewinnt man nichts.

Fällt eine der Kugeln jedoch in eines der Speziallöcher passiert folgendes:

  • Der Spieler gewinnt neue Kugeln
  • Das Labyrinth verändert sich für kurze Zeit und es tun sich höhere Gewinnchancen auf
  • Es wird der in der Mitte des Spiels eingebaute, einem Spielautomaten ähnelnde Mechanismus ausgelöst, der dann je nach Konstellation einen unterschiedlich großen Gewinn (in Form neuer Kugeln) zur Folge hat

Die Kugeln können dann an der Kasse gegen Preise eingetauscht werden. Da Glücksspiel in Japan verboten ist, stehen hier jedoch nur Sachpreise wie z.B. Elektrogeräte, Parfüm oder  Zigaretten zur Verfügung.

Allerdings hat man mittlerweile einen Weg gefunden das Verbot der Geldgewinne zu umgehen.

In unmittelbarer Nähe der Pachinko-Hallen befinden sich dubiose Läden, die meist nur aus einem kleinen Fenster bestehen, damit sich Spieler und Verkäufer nicht zu sehen bekommen. Dort können die Sachpreise in Geld umgetauscht werden.

Zu Beginn funktionierten die Automaten noch elektromechanisch und hatten keinen Spielautomatenanteil. Heutzutage handelt es sich dabei um topmoderne Slots.

Pachinko als Wirtschaftszweig

Wie bereits erwähnt ist Glücksspiel in Japan verboten. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen, können die Japaner nicht genug davon bekommen. Hiervon profitieren natürlich die legalen Pachinko-Hallen und sie sind stets sehr gut gefüllt.

Schätzungen gehen davon aus, dass es in Japan 30 Millionen Stammspieler und 20 Millionen Gelegenheitsspieler gibt. Sie geben jedes Jahr unglaubliche 250 Milliarden Euro für das Spiel aus. Insgesamt stehen in Japan sage und schreibe fünf Millionen Pachinko-Automaten, die sich über das ganze Land verteilen.

Nur zum Vergleich, im Rest der Welt sind es gerade mal 2,4 Millionen. Außerdem bieten inzwischen viele Online Casinos das Spiel an. So kann man z.B. bei William Hill und Winner Pachinko spielen.

Überaus interessant ist, dass Nordkorea Pachinko zur Devisenbeschaffung nutzt. Fast 70% der Pachinko-Hallen im Land des Lächelns werden von Koreanern betrieben. 3000 davon stehen unter dem Einfluss der Ch'ongryŏn, einer Organisation für in Japan lebende Koreaner, die Nordkorea nahesteht.

Man geht davon aus, dass aus dem Pachinkogeschäft jedes Jahr bis zu 200 Milliarden Yen (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro) nach Nordkorea fließen.

Kritik

Wie jedes Glücksspiel, so birgt auch Pachinko einige Gefahren. Das Spiel hat ein hohes Suchtpotential und in letzter Zeit gab es vermehrt dramatische Berichte darüber wie Spieler ihre komplette Freizeit in den Spielhallen verbrachten und ihr  ganzes Hab und Gut verzockten.

Manche kapselten sich sogar völig von der Außenwelt ab. Für große Bestürzung sorgten Fälle in denen Mütter ihre Kinder im Sommer, während sie Pachinko spielten, in ihren Autos vergaßen. Dabei sollen auch einige Kinder zu Tode gekommen sein.

Außerdem schafft Pachinko einen Nährboden für Kriminalität. So hat auch die Yakuza Pachinko als Einnahmequelle entdeckt und soll damit inzwischen mehr Geld verdienen als mit Drogenhandel oder Prostitution.

Fazit

Zwar ist Pachinko hierzulande noch kaum jemandem ein Begriff, doch das Spiel ist weltweit auf dem Vormarsch. So konnte es sich mitterweile auch schon in Las Vegas etablieren. Darüber hinaus wird Pachinko von immer mehr Online Casinos angeboten und so dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein bis es sich auch in Europa durchsetzen wird.