Poker wird olympisch

Veröffentlicht am 18/11/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Glücksspiel-Freunde dürften sich auf die nächsten olympischen Spiele nicht nur der interessanten Sportwetten wegen freuen. Denn bei den nächsten olympischen Spielen in London 2012 ist ein in der Szene beliebtes Spiel teil des olympischen Programms: Poker. Es wird erstmals bei den World Mind Sports Games um den olympischen Titel gespielt.

offiziell als Denksport, also als Geschicklichkeitsspiel, an. Damit reiht es sich ein in die Riege der übrigen Denkspiele, die im Rahmen der World Mind Sports Games ausgetragen werden: Schach, Go, Dame und Bridge.

Teil der wichtigsten Wettkämpfe

Schon vor zwei Jahren, bei den olympischen Spielen in Beijing wurden die World Sports Games ausgetragen. Auch hier wachte die IMSA zusammen mit dem olympischen Komitee über die Spiele. Damals spielten 3.000 Menschen aus 143 Ländern um den olympischen Spieletitel. Jetzt sollen die  „Spiele Spiele“, neben den Sommer- und Winter Spielen zur dritten Säule der olympischen Wettkämpfe  werden.

Bis 2012 ist es nicht mehr weit, bis dahin wird noch ein Poker-Weltmeister gekürt und unzählige Landestitel vergeben. Wer dann bei den Spielen in London als erster olympischer Poker-Sieger nach Hause geht, steht noch in den Sternen. Es wird jedenfalls das Großereignis der Poker-Szene im Jahr 2012, das sogar die World Series of Poker in den Schatten stellen könnte.

Denksport-Gedanke auf dem Vormarsch

Mit der Anerkennung des Poker-Spiels als Denksport durch die IMSA ging ein Raunen durch die Poker-Szene, war man sich dort doch schon lange darüber im Klaren, dass Glück beim Poker nur ein Teil der Miete ist. Können, Erfahrung, Menschenkenntnis und eine gute Strategie gehören beim Poker eben zu den entscheidenden Faktoren, Glück allein hilft nicht weiter, um erfolgreich zu sein.

Das sieht man auch in Österreich so. Die Austrian Pokersport Association (APSA), die 2006 gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, Poker von der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) als Denksport anerkennen zu lassen. Seit nunmehr drei Jahren engagiert sich die APSA für den Poker-Sport in Österreich und organisiert unter anderem die offizielle Poker Vereinsmeisterschaft Österreichs.

Der Präsident des Verbandes, Martin Sturc ist bekennender Poker-Fans und steht ganz klar auf Seiten der Akzeptanz des Pokers als Denksport. Erst kürzlich hat er beim Kongress der Österreichischen Sportwissenschaftlichen Gesellschaft (ÖSG) Teile seiner wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „Poker – Ein Paradigmenwechsel vom Glücksspiel zum Denksport“ vorgestellt.

Sturc freut sich über die Entwicklung, die der Poker-Sport in der letzten Zeit genommen hat: „Poker hat sich in den letzten Jahren als Trendsport etabliert, die Zukunft liegt klar im organisierten Vereinssport. Neben dem Wettkampfgedanken spielt aber auch die soziale Komponente des Spiels eine bedeutende Rolle: Oft sitzen Ärzte, Handwerker und Studenten gemeinsam an einem Tisch, die allesamt eines verbindet, die Leidenschaft zum Poker!“