Pokern für ein langes Leben

Veröffentlicht am 01/03/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Er trinkt gerne Bier, er isst worauf er Appetit hat und er zockt für sein Leben gerne: an Andrew Amatrudo ist nichts Besonderes, könnte man meinen. Doch der alte Mann aus Atlantic City scheint mit diesen Gewohnheiten ein Rezept für ein langes Leben gefunden zu haben. Denn Andrew, genannt Andy, feierte am 21. Februar 2011 seinen 102. Geburtstag in der amerikanischen Glücksspielsstadt.

Die „Press of Atlantic City“ hat über Andrew berichtet und ihn an seinem Lieblingsort besucht, dem Trump Taj Mahal Casino Resort. Dort ist der alte Pokerspieler viel lieber als Zuhause. „Ich werde nicht Zuhause herum sitzen. Wenn ich das mache, drehe ich durch“, sagt er gegenüber der Press of Atlantic City. Und so trifft man Andy eher dort an einem der vielen Pokertische an als Zuhause auf dem Sofa. Fast jeden Tag pokert der 102jährige. „Ich liebe das Poker Spielen. Es ist alles, wofür ich noch lebe“, so Andy.

Eine bewegte Lebensgeschichte

Am 21. Februar 1909 wurde Andrew Amatrudo in Philadelphia geboren, einen Monat bevor Theodore Roosevelt das Weiße Haus verlassen hat und fünf Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. In Atlantic City ist er einer der wenigen Männer, die noch aus jenen Zeiten erzählen können: Trotzdem, immerhin acht Männer und 37 Frauen sind in Atlantic City mindestens 100 Jahre alt. Doch von Andys guten Freunden, lebt inzwischen keiner mehr, er hat sie alle überlebt. Seine Frau starb bereits 1998 und auch Andys Tochter Lottie ist mit 74 Jahren auch nicht mehr die Jüngste.

Der alte Poker Spieler kann viel aus seinem Leben erzählen: Vor Jahren ging der ehemalige Frisör in Rente und lebt seither im „Best of Life“ Park gleich neben dem Taj Mahal Casino. Doch die Distanz von seinem Zuhause bis zum Casino legt Andrew, der zum Gehen einen Stock benötigt, mit seinem Roller zurück. So sitzt er viel schneller am Poker Tisch!

Geburtstagsparty mit Poker

Jemand, der wie Andrew Amatrudo so viel Zeit mit Pokern verbringt, muss natürlich auch entsprechend feiern: Seinen 102. Geburtstag verbrachte er deshalb natürlich im Taj Mahal am Poker Tisch. Seinen ehrwürdigen Gast feierte dann auch das Casino und beschenkte ihn mit einer Schokoladentorte – allerdings ohne 102 Kerzen darauf.

„Er ist hier fast jeden Tag. Er gehört zur Taj Familie“, sagte Tom Gitto, der Poker-Chef des Casinos, gegenüber der Press of Atlantic City. „Taucht er einmal nicht auf, machen wir anrufe und fragen, ob es ihm gut geht. Er ist eine Legende! Man sieht so oft 80- oder 90jährige Menschen, die es sehr schwer haben, aber Andrew entgeht nichts!“

Vielleicht ist es die Unbekümmertheit, mit der Andrew Amatrudo durchs Leben geht. Er genießt es und macht sich nicht zu viele Gedanken: Ein Bier, gutes Essen und eine Partie Poker – ob das auch für andere das Rezept für ein langes Leben wird?