Wie Richard Marcus die Casinos schlug

Wie Richard Marcus die Casinos schlug

Veröffentlicht am 23/03/11 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Eines gleich vorneweg: Wir wollen niemanden dazu auffordern, im Casino zu betrügen! Aber es gibt einfach ein paar Betrugsgeschichten, die es wirklich Wert sind, erzählt zu werden...

Seit es Glücksspiel gibt, gibt es großartige Geschichten über Menschen, die versuchten, die Casinos mit verschiedenen Betrügereien zu schlagen. Eine unserer Lieblingsgeschichten ist die von Richard Marcus. Während seiner Zeit als Spieler schlug er ein Casino nach dem anderen und strich enorme Gewinne ein. Wie er das geschafft hat? Mit Betrug natürlich!

Vom ehrlichen Spieler zum weltberühmten Betrüger

Richard Marcus war nicht immer ein Casino-Betrüger. Zu Beginn seiner Karriere war er ein ehrlicher Spieler, der Spaß am Glücksspiel hatte. Doch irgendwann hatte Marcus kein Geld mehr, war so abgebrannt irgendwann, dass er unter einer Brücke schlafen musste. Um wieder Geld zu verdienen, nahm er einen Job als Baccarat- und Blackjack-Dealer an. Dieser Posten auf der anderen Seite des Spieltisches brachte den entscheidenden Vorteil für Marcus: Er merkte, wie man Dealer für seinen eigenen Zwecke „benutzen“ kann.

Richard Marcus' brillanter Betrug

Das Nachsetzen ist unter Casino-Betrügern schon lange bekannt und funktioniert so: Chips mit geringem Wert werden heimlich gegen Chips mit hohem Wert ausgetauscht – und zwar nachdem die Wette bereits gewonnen wurde. Ein Beispiel: Ein Stapel mit drei $5-Chips wird gegen einen Stapel mit zwei $5-Chips und einem darunter versteckten $50-Chip ausgetauscht. So bleiben die Verluste bei einer schlechten Wette gering, doch bei einer guten Wette wirft der Betrug satte Gewinne ab.

Als Richard Marcus auf der Bildfläche erschien waren die Casinos sich über diese Betrugsmöglichkeit bewusst, es war also schwer, diesen Zug zu wagen. Deshalb entschied sich Richard Marcus, diese Taktik leicht abzuwandeln und sie einfach umzudrehen: Anstatt also kleine Wetten auszutauschen, spielte er nur mit hohen Einsätzen.

Wenn er betrügen wollte, versteckte er einen großen Chip unter einem Stapel kleiner Chips und zwar so, dass der Dealer den unteren Chip beim Setzen nicht sehen konnte. Wenn er gewann, tat Richard Marcus nichts, außer seine Gewinne einzustreichen. Verlor er allerdings, tauschte er den hochwertigen Stapel gegen einen Stapel mit Chips von geringem Wert aus.

Diese Taktik funktionierte gut, denn die Dealer und die Kameras hielten nur bei Gewinnen nach getauschten Stapeln Ausschau – und das war bei Richard Marcus Taktik nie der Fall, da er ja nur bei Verlusten die Stapel tauschte und bei Gewinnen den Stapel nicht anrührte. Die Casinos kamen Richard Marcus lange nicht auf die Schliche.

Das Casino zu schlagen zahlt sich aus

Um die besten Ergebnisse zu erzielen, arbeitete Richard Marcus oft mit Leuten im Team. Auf dem Höhepunkt ihrer Betrüger-Karriere versteckten sie $5.000-Chips unter $100-Chips – eine Taktik, bei der im Falle eines Gewinnes $10.100 ausgezahlt wurden, bei einem Verlust aber nur $300 verloren waren! Auf diese Art und Weise verdiente Richard Marcus über die Jahre schätzungsweise $5 Millionen in Casinos auf der ganzen Welt.