Schweizer dürfen wieder pokern

Schweizer dürfen wieder pokern

Veröffentlicht am 25/06/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Die Schweizer Pokerspieler atmen auf: endlich dürfen sie auch privat wieder Pokerturniere und Cash Games veranstalten. Vor wenigen Tagen gab der Städterat seine Zustimmung zum lange geforderten Wunsch vieler Spieler. Unter sehr strengen Auflagen dürfen Spieler nun auch außerhalb der Schweizer Spielbanken wieder zocken.

 

Mit einer großen Mehrheit von 28 zu drei Stimmen hat der Städterat in der vergangenen Woche beschlossen, Pokerturniere außerhalb der Casinos wieder zu erlauben, das berichtet die Baseler Zeitung. Zwei Einschränkungen bleiben bestehen: die Räumlichkeiten, in denen die Spiele ausgetragen werden, müssen öffentlich zugänglich sein, online Poker bleibt weiterhin verboten.

Zusätzlich müssen Auflagen zur Suchtprävention eingehalten werden und ein Großteil der Gewinne muss an gemeinnützige Zwecken sowie die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV) gehen.

Die Freude ist groß

Trotz der Einschränkungen ist die Freude in der Schweizer Pokerszene groß. Die immensen Einsätze, die in den Schweizer Casinos für Turniere verlangt werden, müssen sie nun nicht mehr notgedrungen bezahlen, wenn ihnen Alternativen außerhalb der Spielbanken zur Verfügung stehen.

Auch vor Razzien müssen Spieler, die aufgrund der Lage auf unerlaubte private Veranstaltungen auswichen, nun keine Angst mehr haben. Noch ist allerdings nicht aller Tage Abend: bevor es wieder losgehen kann und sich vielleicht auch die einen oder anderen Pokerräume etablieren können, muss noch der entsprechende Gesetzestext angepasst werden.

Noch nicht einmal die strengen Auflagen stoßen auf besondere Kritik, im Gegenteil. Gerade aus der Pokerszene selbst kommen Stimmen, die die Entscheidung begrüßen. Rosalina Ramperl zum Beispiel, eine sehr aktive Schweizer Pokerspielerin, freut sich darüber, dass dank der scharfen Auflagen die Pokerveranstalter wahrscheinlich nicht wie Pilze aus dem Boden sprießen werden, wie es vor dem Verbot offenbar der Fall war.

Mit dem Verknüpfen an gewisse Bedingungen, sollte verhindert werden können, dass sich schwarze Schafe unter den Anbietern tummeln. Schließlich könne man beim Poker die Gefahr der Abhängigkeit einfach nicht ausschließen.

Zwei Jahre verboten

Erst im Mai 2010 verbot das Schweizer Bundesgericht private Pokerturniere und Cash Games. Das Gericht stufte das Spiel als Glücksspiel ein, Pokerspiele durften daher nur noch in den staatlichen Casinos und Spielbanken ausgetragen werden. Für die Spieler war diese Entscheidung fatal, da in den Schweizer Casinos zum damaligen Zeitpunkt nur wenige interessante Turniere angeboten wurden und die geforderten Einsätze für die meisten Spieler viel zu hoch waren.

Viele Spieler besuchten daher das benachbarte Ausland oder griffen auf (ebenso unerlaubte) Online-Poker-Angebote zurück. Mit der neuen Entscheidung dürfte sich die Situation für die Pokerspieler in der Schweiz nun bald wieder zum Besseren wenden.