Spielen macht schlau

Veröffentlicht am 23/08/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Wir haben es doch schon immer gewusst, spielen macht schlau! Und zwar nicht nur Kleinkinder, sondern auch Erwachsene. Denn zocken im Online Casino fördert das Denkvermögen. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich amerikanische Wissenschaftler vom Wheaton Colleg in Illinois. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob das Spielen von Online Spielen das Denkvermögen beeinflusst.

Zu diesem Zweck mussten 20 Studenten einige kniffligen Aufgabe lösen und zwar vor und nachdem sie Online Strategie- und Actionspiele gespielt hatten. Das Ergebnis der Studie ist überraschend und sehr eindeutig: Studenten, die vor dem Lösen der Aufgabe ein Spiel gespielt hatten, konnten diese danach sehr viel schneller und besser lösen. Strategiespiele fördern also das Denkvermögen.

Zu solchen Spielen gehört unter anderem Black Jack und Poker. Das sind Spiele, die enormes strategisches Denken erfordern, um erfolgreich zu sein. Online Glücksspiele trainieren also unser Gehirn und treiben uns zu besseren Denkleistungen an. Denn die für die Spiele nötige Aktivität des Gehirns trainiert das Gedächtnis und verbessert die Fähigkeit, logische Verknüpfungen anzustellen.

Die grauen Zellen trainieren

Auch anderswo auf der Welt ist man zu dem Schluss gekommen, das Computerspiele nichts Schlechtes sind. Besonders spezielle Gehirntrainingssoftware kann dazu beitragen, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und die Auffassungsgabe zu erhöhen. So ist die schottische Schulbehörde zu dem Schluss gekommen, dass solche Trainingssoftware schlau macht.

Um das herauszufinden stattete man 600 Schüler an 32 Schulen in Schottland mit Spielkonsolen aus, auf denen solch ein Gehirntrainingsspiel installiert war. 20 Minuten lang sollten die Schüler zu Beginn jedes Schultags damit spielen. Das Ergebnis war erstaunlich: Die Noten der Kinder verbesserten sich um durchschnittlich 50 Prozent. Durch das spielerische Lernen an der Konsole stieg bei den Schülern auch die Bereitschaft, sich im Unterricht mehr anzustrengen.

Computerspiele für Clevere

Viele Computerspiele standen bisher unter dem Ruf, gewaltverherrlichend zu sein und den Jugendlichen den Blick für die Realität zu entreißen. Dass das mitunter tatsächlich der Fall sein kann, ist unbestreitbar. Unbestreitbar ist aber auch, dass Computerspiele das Gehirn trainieren. Denn viele dieser Spiele sind hoch komplex – und das müssen sie auch sein, denn sonst langweilen sich die Spieler schnell. Ist das Erreichen des nächsten Levels jedoch mit Anstrengungen verbunden, freut man sich nachher umso mehr, wenn man ihn erreicht hat. Wer am Computer Leistung bringt, wird belohnt.

Und das für diese Spiele nötige Problemlösungsdenken wird ganz nebenbei trainiert. Inzwischen beschäftigt sich unter anderem der Wiener Medienpädagoge Konstantin Mitgutsch mit der Frage, wie man Computerspiele für den Unterricht nutzbar machen kann. So wurde an einer Schule zum Beispiel eine Zoosimulation im Fach Biologie gespielt – und zwar keine extra entwickelte Lernsoftware, sondern ganz normale Spiele aus dem Fachhandel. Über ihre Erfahrungen als Manager eines virtuellen Zoos mussten die Schüler dann einen Blogeintrag schreiben. Mit Erfolg.

In der Verwendung von Spielen im Unterricht steckt großes Potential, je nachdem was trainiert werden soll, können unterschiedliche Games angeboten werden: Ob es um motorisches Geschick, um logisches Denken, um Konzentrationsfähigkeit oder schlicht um Medienkompetenz geht – für jede Aufgabe gibt es inzwischen das passende Spiel.