Tolkien-Erben klagen gegen LOTR-Slot

Tolkien-Erben klagen gegen LOTR-Slot

Veröffentlicht am 26/11/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Wieder einmal ist „Der Herr der Ringe“ in aller Munde. Die legendäre Geschichte des britischen Fantasy-Autors J.R.R. Tolkien hat Millionen Fans überall auf der Welt. Ob als Buch oder als Film. Die Fans verehren die Helden der Geschichte und ihren Schöpfer gleichermaßen.

 

Zurzeit dürfen sich die Fans auf die Vorgeschichte freuen, die von Star-Regisseur Peter Jackson ebenfalls verfilmt wurde und in wenigen Wochen in Deutschland in die Kinos kommt. Doch im Vorfeld der Premiere rücken die Erben des 1973 verstorbenen Autors in den Mittelpunkt des Geschehens: sie haben Klage gegen die digitale Marketingstrategien von Warner Bros. eingereicht.

In der Klage geht es unter anderem auch um den Spielautomaten, den Microgaming in Zusammenarbeit mit Warner Bros. in die Online Casinos gebracht hat. Diese Art der Vermarktung des Films sei „moralisch fragwürdig“, so die 26 Seiten starke Anklageschrift, die in Los Angeles eingereicht und auch im Internet veröffentlicht wurde.

Die Forderung der Tolkien-Erben ist eindeutig: Warner Bros. soll den Vertrieb der genannten digitalen Produkte sofort einstellen. Auch Kapital lässt sich aus solchen Verhandlungen oft schlagen, daher klagen die Erben zusätzlich auf eine Entschädigung in Höhe von 80 Millionen Dollar, da das Studio gegen geltende Verträge verstoßen und damit dem Ruf und Ansehen des Autors geschadet habe.

In der Anklageschrift heißt es weiter, dass sich sogar „Herr der Ringe“-Fans bereits über den Online Slot beschwert haben soll. Die Fans – und auch die Erben Tolkiens – sorgen sich offenbar, dass das Werk und der Name Tolkiens mit „der moralisch fragwürdigen Welt des Online- und Casino-Glücksspiels“ in Zusammenhang gebracht würde.

Der Streit zwischen den Erben und Warner Bros. schwelt offenbar schon länger. Die Erben werfen dem Studio vor, sich Rechte an dem Werk zu eigen gemacht zu haben, die eigentlich bei den Erben selbst liegen. Diese hätten daraufhin vergeblich versucht, sich auf gutem Wege mit Warner Bros. zu einigen, offenbar ohne Erfolg.

Jetzt ziehen die verärgerten Erben vor Gericht. Grundlage der Klage ist ein Vertrag aus dem Jahr 1969, in dem Warner Bros. die Vermarktung „dinglicher“ Produkte zugestanden wird. Und dazu zählen laut den Anwälten der Tolkien-Erben weder „Apps noch Computerspiele noch Aktivitäten in sozialen Netzwerken“ und offenbar schon gar nicht Online Slots.

Eine Stellungnahme der Warner Bros. zur Klage gibt es bisher nicht. Ob die Erben mit ihrer Klage Erfolg haben werden, dürfte lange unklar bleiben. Denn jetzt müssen die Gerichte erst einmal klären, wie der zugrunde gelegte Vertrag dem Internet gegenüber ausgelegt werden kann, das es damals so noch gar nicht gegeben hat und damit noch gar nicht Vertragsgegenstand sein konnte.