US-Senator pokert während Syrien-Anhörung

US-Senator pokert während Syrien-Anhörung

Veröffentlicht am 16/09/13 - bei Ander Samson Nachrichten

Es ist ein kleiner Skandal der Anfang des Monats in den USA die Runde machte und der Wellen bis nach Deutschland schlug. Es geht dabei um drei heiße Themen: Syrien, Poker und Politik. Der US-Senator John McCain wurde von einem Fotografen der Washington Post dabei geknipst, wie er während einer Anhörung zur Lage in Syrien auf seinem Smartphone Poker spielte.

Die Lage in Syrien ist angespannt. Ein Journalist, der sich 152 Tage lang in Syrien in Geiselhaft befand,   bezeichnet Syrien als „Land des Bösen“. Gut, dass es Politiker, wie John McCain gibt, der sich schon vor Monaten zum Thema Syrien äußerte. Eingreifen will er, mit militärischer Stärke das Land wieder zur Ruhe bringen.

Er ist ein Mann der Tat und so sollte man meinen, dass er sich für das Thema interessiert, das Anfang des Monats Thema einer Anhörung war. Dass solche Anhörungen schon mal länger dauern können, dürfte auch McCain bekannt sein. Mehr als drei Stunden hat die jüngste gedauert, bei der es darum ging, ob die USA in Syrien militärisch eingreifen sollte. Für viele Menschen in Syrien, aber auch für die US-Soldaten ist es eine Frage um Leben und Tod.

Umso skandalöser, was ein Fotograf der Washington Post während der Anhörung vor die Linse bekam: er lichtete McCain dabei ab, wie er auf seinem Smartphone Poker zockte. Natürlich machte er die Aufnahme Publik – der Skandal war los getreten. Doch US-Senator McCain nimmt den Rummel um seine heimliche Leidenschaft gelassen. Er twitterte kurz nach Veröffentlichung des Fotos lapidar:

„Skandal! Ich wurde beim Spielen auf meinem iPhone während einer mehr als dreistündigen Senatsanhörung erwischt. Und das schlimmste daran: Ich habe verloren!“

Vielleicht wollte McCain, der eine der lautesten Stimmen des Senats ist, wenn es um militärisches Eingreifen in Syrien geht, nur einen schlechten Witz machen. Einen Witz über Obamas politishces Glücksspiel beim Thema Syrien und den hohen Einsatz den er dabei riskiert? Wahrscheinlich nicht. Vermutlich war ihm tatsächlich einfach nur langweilig. Das zumindest, lässt sein Twitter-Post vermuten.

Doch falls er sich damit irgendwie entschuldigen wollte, ist es ihm nicht gelungen. Seinem Eintrag folgten viele Reaktionen, in denen es immer darum ging, die Schwere des Themas entsprechend zu würdigen und um die Menge an Geld, die die US-Senatoren so verdienen: 174.000 Dollar – das ist eine gute Bankroll für ein ordentliches Spiel. Doch vielleicht sollte man dieses Spielchen lieber auf den Feierabend verlegen...