USA: Keine Chance für Online Poker?

USA: Keine Chance für Online Poker?

Veröffentlicht am 24/12/12 - bei Ander Samson Nachrichten

Die Legalisierung von Online Poker in den USA ist seit Langem ein heikles Thema. Jetzt mussten sich die Verfechter der „Reid-Kyl“-Gesetzesvorlage zum Online Poker geschlagen geben. Zumindest für dieses Jahr gesteht sich das Team um Senator Harry Reid die Niederlage ein.

David Krone, Stabschef des Senators sagte in einem Interview: „Der Gesetzesentwurf ist für dieses Jahr gescheitert. Es ist schwer, den Menschen den Inhalt näher zu bringen, sie waren einfach noch nicht bereit“, so Krone. Wenige Tage nach dem Interview meldete sich auch Senator Reid persönlich zu Wort.

Der Gesetzesentwurf sei nur wenige Tage im Gespräch gewesen, ein Konsens wurde dabei nicht gefunden. „Wir haben einfach keine Zeit mehr in dieser Legislaturperiode“, sagte Reid.

Der Senator ist natürlich enttäuscht, dass die Gesetzesvorlage nun gescheitert ist, will aber trotzdem weiter für die Legalisierung von Online Poker kämpfen. Das Problem will er als vorrangiges Thema mit in den neuen Kongress nehmen, denn eine bundesweite Gesetzesvorlage für Online Poker wäre für einige Casino-Unternehmen von entscheidender Bedeutung, um auch auf dem Online-Markt Fuß fassen zu können. 

Nicht nur die Unternehmen, auch die US-amerikanischen Pokerspieler sind händeringend auf der Suche nach einer bundesweit geltenden Regelung für Online Poker. Doch trotz aller Interessenten hatte die Opposition einiges in der Hinterhand.

Mehrere Staaten möchten das Online-Glücksspiel selbst regulieren, um die Einnahmen direkt in die eigene Kasse fließen zu lassen, und lehnen eine bundesstaatliche Regelung daher ab. 

Auch die Indianischen Stämme sind gegen dieses Gesetz, denn damit würden sie eine wichtige Geschäftsgrundlage verlieren. Doch eines der größten Probleme des Reid-Kyl-Gesetzesvorschlags ist, dass alle anderen Arten des Online-Glücksspiels weiterhin illegal wären, nur Online Poker wäre geregelt und damit legal.

Dagegen haben natürlich staatliche Lotterien, die ebenfalls gerne im Online-Markt Fuß fassen würden, etwas einzuwenden. 

Ein weiterer Grund, warum die Gesetzesvorlage nicht erfolgreich war, lag vermutlich auch in der Tatsache, dass sie nie offiziell vorgestellt wurde und sich die Casino-Unternehmen nicht auf einen einheitlichen PR-Plan einigen konnten. Die Enttäuschung bei den Unternehmern ist natürlich groß.

Sie wollen jetzt versuchen, sich auf die Bemühungen der einzelnen Staaten zu konzentrieren und zu beobachten, wie diese das Thema Online Poker im nächsten Jahr handhaben werden. 

Die Verfechter der Reid-Kyl-Gesetzesvorlage werden trotzdem auch im nächsten Jahr weiter kämpfen, doch Krone erkannte auch, dass die Dynamik und das Interesse, dass sie in diesem Jahr für das Thema aufbringen konnten, aufgrund der Niederlage jetzt erst einmal verpufft sein dürfte.

Vermutlich dürfte es daher im nächsten Jahr erst einmal wieder Neuheiten aus den einzelnen Bundesstaaten geben, aber eine bundesweite Regelung des Online Poker dürfte auch 2013 schwierig durchzusetzen sein.