Wenn zu viel des Guten krank macht

Wenn zu viel des Guten krank macht

Veröffentlicht am 01/06/15 - bei CasinoToplists Nachrichten

Bei allen Sachen, die Spaß machen oder lecker sind ist es doch immer das Selbe: Zu viel des Guten schadet eher als es nützt. Das ist sogar beim Sport so, der sich bei einigen Menschen zum Zwang entwickeln kann, dem Körper immer mehr abzuverlangen. Kanadische Wissenschaftler der Universität von Quebec haben sich aktuell mit Menschen beschäftigt, die zu viel spielen – und festgestellt, dass diese häufig an psychischen Erkrankungen leiden.

Nun stellt sich die Frage, was zuerst da war: Die Henne oder das Ei? In diesem Fall: Das problematische Spielverhalten oder die Depression. Fakt ist aber offenbar, dass Spieler, die an einer Depression leiden, oft zu exzessivem Glücksspiel neigen. Insgesamt sei die Zahl der Glücksspieler mit problematischem Spielverhalten aber insgesamt sehr gering. Eine Wirklichkeit, die vor allem bei den Gegnern von Online Casinos & Co. immer wieder verändert dargestellt wird.

Ihre Ergebnisse zum Zusammenspiel von Depressionen und problematischem Spielverhalten veröffentlichten Die Wissenschaftler im „Springer's Journal of Gambling Studies“. Für ihre Studie betrieben die Forscher einen großen Aufwand. Über einen sehr langen Zeitraum beobachteten die Wissenschaftler ihre Probanden – begonnen hatten die Aufzeichnungen bereits 1984 mit einer Gruppe von 1.162 Jungs im Kindergarten-Alter.

Intensive Interviews

Alle Kinder stammten dabei aus wirtschaftlich eher benachteiligten Familien. Über Jahrzehnte sammelten die Wissenschaftler nun Informationen über die Jungs. Dabei wurden die Veränderungen in deren Haushalt überwacht, die Qualität der Beziehungen zu Freunden und Familie und ihr Grad an Impulsivität. Nicht alle Lebensläufe konnten bis heute lückenlos verfolgt werden. Von den 1.162 Probanden wurden 888 im Alter von 17, 23 und 28 nochmals befragt.

So zeigt sich doch ein deutliches Bild im Leben der jungen Männer – mit guten Nachrichten: Nur drei Prozent der Männer entwickelten zwischen dem 17. und 28. Lebensjahr Probleme mit dem Glücksspiel. Das entspricht auch den Schätzungen für die Gesamtbevölkerung. Was nun an der Studie aber wirklich interessant war, war Folgendes: 73 Prozent der Männer, die problematisches Spielverhalten zeigten, hatten auch mit Depressionen zu kämpfen.

Probleme entwickeln sich parallel

Auch die Henne-Ei-Frage konnten die Wissenschaftler beantworten: Die beiden Probleme Depression und Spielsucht entwickelten sich parallel. Beide Beschwerden nahmen im Laufe der Zeit zu. Vor allem die besonders impulsiven Charaktere waren betroffen und entwickelten wahrscheinlicher eine Depression als andere. 

Auch das familiäre Umfeld und das eigene Schicksal hatte viel mit der Entwicklung von Problemen mit dem Glücksspiel zu tun: Armut, frühes Eltern werden oder auch Scheidung sind den Wissenschaftlern zufolge Faktoren, die zur Entwicklung von Depression uns Spielsucht beitragen können. Auf der anderen Seite konnte aber ein gutes Elternhaus die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Depression verringern, nicht aber unbedingt Tendenzen für problematisches Spielverhalten.

Es ist offenbar wie mit den eingangs erwähnten „anderen Dingen“, deren „zu Viel“ schlecht für uns ist: Wir müssen selbst auf uns achten, auf unseren Körper hören und uns eingestehen, wenn wir Probleme wittern. Aber Fakt ist auch: Nur ein geringer Teil derer, die gern Glücksspiele spielen entwickeln problematisches Verhalten.