William Hill fordert Bwin heraus

Veröffentlicht am 20/09/10 - bei Nicolas Reuss Nachrichten

Vor Kurzem hat der österreichische Sportwettenanbieter Bwin die Fusion mit PartyGaming bekannt gegeben und damit die wahrscheinlich bevorstehende Verlegung des Standortes nach Gibraltar. Zwar zieht sich Bwin damit nicht aus dem österreichischen Markt zurück, doch trotzdem setzte die Fusion ein Signal. Jetzt betritt der britische Sportwettenanbieter William Hill die österreichische Bühne und will sich dort ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Das Traditionsunternehmen aus Großbritannien muss sich nun gegen den Platzhirsch in Österreich behaupten. „Wir bieten ein breites Angebot bei Bundesliga-Live-Wetten mit hunderten Wettmöglichkeiten – das ist mehr als jeder andere Sportwetten-Anbieter in Österreich, so William Hill CEO Henry Birch.

Bwin noch unschlagbar

Auch die weitaus höheren Summen, um die bei William Hill gespielt werden kann, heben den Anbieter von der Konkurrenz aus Österreich ab. Dort liege das Limit für eine Wette bei einigen Tausend Euro, bei William Hill seien Limits von bis zu zwei Millionen Euro möglich, so Birch weiter.

Doch trotzdem ist man bei William Hill vorsichtig, man ist sich darüber im Klaren, dass Bwin eine mächtige Position in Österreich hat. „Bwin ist hierzulande Marktführer, die werden wir nicht so schnell angreifen können. Aber in einem Jahr wollen wir in Österreich auf jeden Fall zu den Top 3 der Branche gehören“, so Birch. Ein hohes Ziel, denn aus der kürzlich erfolgten Fusion zwischen Bwin und PartyGaming ist ein mächtiger Gegner für William Hill entstanden.

In Großbritannien erfolgreich

Bei William Hill ist man selbstsicher, es gäbe in Großbritannien fast mehr William-Hill-Wettbüros als Postfilialen, so Birch weiter. „In Österreich ist es zuerst wichtig, die Marke William Hill bekannt zu machen“, erklärt Wilhelm Huber, internationaler Marketing-Leiter bei William Hill. Das Budget für entsprechende Werbemaßnahmen dürfte hoch ausfallen, denn nur wenn der Markt stark penetriert wird, bleibt der Name der Marke beim Konsumenten hängen.

Vor Kurzem startete dann auch die erste große Kampagne in Österreich. Star der britischen Comedy-Formation „Monthy Python, John Cleese, wirbt darin unter dem Slogan „Wetten wie die Briten“ für William Hill. Es laufen bereits TV-Spots sowie Anzeigen in Print- und Online-Medien.

Der Einstieg auf den österreichischen Markt war für William Hill eine bewusste Entscheidung. Von hier aus will man nun versuchen, den gesamten deutschsprachigen Raum zu erobern. Vor allem rechtliche Gründe sprachen für eine Ansiedlung in Österreich, denn dort „gelten Sportwetten nicht als Glücksspiel, deshalb ist hier die Werbung für unsere Produkte leichter“, erklärt Huber.

Ein großer Player

Der „Kampf“ gegen Bwin wird für William Hill nicht ganz einfach sein, doch unmöglich ist er auch nicht. Denn der Marktwert des an der Londoner Börse notierten Unternehmens leigt derzeit bei 1,44 Milliarden Euro – und das ist sicher kein Pappenstiel. Wer am Ende in Österreich die Nase vorn hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.