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Schafkopf Regeln - Schnell und einfach Schafkopf lernen

Schafkopf Regeln - Schnell und einfach Schafkopf lernen


Schafkopf ist ein vor allem in Bayern verbreitetes Kartenspiel, das dem Skat nicht unähnlich ist. Gespielt wird mit 4 Spielern in zwei Parteien und nach bekannten Stich-Regeln. Wir wollen hier übersichtlich die Schafkopf-Regeln für Anfänger darstellen und erklären.



Die Regeln von Schafkopf

Es gibt zwar eine offizielle Regelsammlung des Bayrischen Schafkopf-Vereins, doch variieren die beim Spiel angewandten Regeln sehr stark von Region zu Region. Wir erklären hier die Regeln, die in München bei Schafkopfturnieren üblich sind.

Schafkopf Kartendeck

Ein Schafkopf-Kartenspiel besteht aus 32 Karten. Jede Karte hat das "Schafkopf"-Bild auf der Rückseite - ein bayrisches Kartenbild - und besteht aus 4 Farben:

Deutsche Bezeichnung
Eichel Grün / Gras Herz Schellen
Eichel Schafkopf Gruen Schafkopf Herz Schafkopf Schellen Schafkopf
       
Französische Entsprechung
Kreuz Pik Herz Karo

 

Jede Farbe hat 8 Karten, mit den folgenden Zahlenwerten (Augen):

Karte Zahlenwert
Ass (oder auch Sau) 11
Zehn 10
König 4
Dame (oder Ober) 3
Bube (oder Unter) 2
Neun 0
Acht 0
Sieben 0

 

Spielkarten beim Schafkopf

Spielkarten beim Schafkopf

Alle Augen eines Spiels ergeben zusammen 120 Punkte oder Augen (4 x 30 Punkte).

Trümpfe sind die Damen und Buben und haben die folgende Reihenfolge:

  • 1. Eichel Dame
  • 2. Grün Dame
  • 3. Herz Dame
  • 4. Schellen Dame
  • 5. Eichel Bube
  • 6. Grün Bube
  • 7. Herz Bube
  • 8. Schellen Bube

Die höhere Karte in der Reihenfolge des Ranges sticht die niedrigere. Die Eichel Dame ist die höchste, außer wenn ein Wenz gespielt wird – mehr dazu weiter unten.

Ziel des Spiels

Das Ziel des Spiels ist es, durch geschicktes und durchdachtes Spiel – mit einem Partner oder allein – so viele Punkte wie möglich zu erzielen. Die aufspielende Partei (oder der Alleinspieler) benötigt 61 Punkte zum Gewinn, der gegnerischen Partei genügen 60.

1. Spielvorbereitung

  
  • Sitzanordnung: Die vier Spieler sitzen sich in in einer Kreuzformation gegenüber. Sie müssen so sitzen, dass keine anderen Spieler in ihre Karten sehen können.

  • Mischen der Karten: Das erste Spiel wird vom ersten Spieler gemischt und gegeben. Beim nächsten Spiel gibt der nächste Spieler im Uhrzeigersinn und so weiter. Der Spieler, der hinter dem Geber (im Uhrzeigersinn) sitzt, hebt nach dem Mischen einmal ab.

  • Karten Austeilen: Der Geber teilt die Karten im Uhrzeigersinn aus. Er beginnt mit seinem Nachbarn auf der linken Seite und gibt jedem Spieler vier Karten. Nachdem jeder Spieler vier Karten erhalten hat, gibt der Geber jedem Spieler vier weitere Karten, so dass jeder acht Karten hat.

2. Ankündigung des Spiels

Nachdem die Karten ausgeteilt wurden, findet die Spielankündigung statt.

  
  • Ansagen: Der Spieler, der links neben dem Geber sitzt, hat zunächst das Recht, ein Spiel anzukündigen. Dazu sagt er einfach “Ich spiele”. Will er nicht spielen, sagt er “Weiter”.

  • Einsteigen: Nach der ersten Spielankündigung kann der nächste Spieler ebenfalls ein Spiel ansagen (mit den Worten “Ich spiele auch”) oder einfach “Weiter” sagen.

  • Spielhöhe: Wollen zwei Spieler ein Spiel ansagen, entscheidet die Höhe des Spiels, welcher Spieler spielen darf. Folgende Spiele gibt es beim Schafkopf:

    • 1. Sie
    • 2. Solo Tout
    • 3. Wenz Tout
    • 4. Solo
    • 5. Wenz
    • 6. Ruf-Spiel

      Was die Spiele heißen und wie man sie spielt, erklären wir weiter unten.

      Wenn zwei Spieler das gleiche Spiel spielen wollen, dann ist die Sitzordnung entscheidend. Der Spieler, der näher am Geber sitzt (im Uhrzeigersinn) hat dann den Vorrang. Die Farbe, in der ein Solo angekündigt wird, ist irrelevant (ein Herz-Solo ist zum Beispiel nicht höher als ein Schellen-Solo).

  • Reizen: Wollen mindestens zwei Spieler spielen, reizen sie abwechselnd, welches Spiel aus der oberen Liste sie mindestens spielen wollen, bis ein Spieler aussteigt. Dabei muss der Spieler, der weiter vom Geber entfernt sitzt (im Uhrzeigersinn) stets ein höherwertigeres Spiel ansagen.

  • Zusammenwerfen: Wenn kein Spieler spielen will (wenn alle vier Spieler passen), dann werden die Karten zusammengeworfen und der nächste Spieler gibt ein neues Spiel aus.

Ein Beispiel für die Spielansage beim Schafkopf

  
  • Spieler 1 (der erste Spieler nach dem Geber) erklärt, er wolle spielen. Das heißt, er Spieler 1 will mindestens ein Ruf-Spiel spielen.

  • Spieler 2 und 3 passen und sagen “Weiter”. 

  • Spieler 4 erklärt, er wolle auch spielen. Das heißt, Spieler 4 muss mindestens einen Wenz spielen, um das Spiel zu bekommen. Also sagt er an, dass er mindestens einen Wenz spielen will.

  • Spieler 1 kann nun gleichziehen und ankündigen, dass er das ebenfalls tun wird. Dann muss Spieler 1, wenn er spielt, mindestens einen Wenz spielen.

  • Nun hat Spieler 4 die Möglichkeit zu erhöhen und mindestens ein Solo anzusagen.

  • Spieler 1 kann nun mitziehen oder aussteigen.

  • Das Reizen geht so lange, bis Spieler1 aussteigt (dann geht das Spiel an Spieler 4) oder Spieler 4 nicht mehr erhöht. (dann geht das Spiel an Spieler 1).

3. Die einzelnen Spiele beim Schafkopf

Ruf-Spiel (oder auch Ass-Spiel)

Nachdem die Karten ausgeteilt wurden, findet die Spielankündigung statt.

  
  • Partnerspiel: Das Ruf-Spiel ist ein Partnerspiel, bei dem zwei Spieler zusammenspielen. Der Spieler, der das Spielrecht über die Ansage gewonnen hat, nennt vor dem Spiel die Farbe eines Asses, die sogenannte Ruf-Farbe.

  • Ass ausrufen: Der Spielmacher kann nur ein Ass nennen, das er nicht selbst hat und wenn er mindestens eine 7, 8, 9, Zehn oder einen König in der selben Farbe hat. Die Farbe des Asses muss Eichel, Grün oder Schellen sein, da die Herz-Karten automatisch Trumpf sind. Ein Ruf-Spiel kann nur angekündigt werden, wenn man nicht alle Asse hat.

  • Mitspieler finden: Der Spieler, der das Ass hat, ist der Mitspieler, darf sich aber nicht sofort zu erkennen geben. Erst wenn die Ruf-Farbe erstmals angespielt wird, muss er das Ass ausspielen und sich so zu erkennen geben.

  • 14 Trümpfe: In einem Ruf-Spiel sind die Damen, Buben und alle Herzen Trumpf in dieser Rangfolge:

    • 1. Eichel Dame
    • 2. Grün Dame
    • 3. Herz Dame
    • 4. Schellen Dame
    • 5. Eichel Bube
    • 6. Grün Bube
    • 7. Herz Bube
    • 8. Schellen Bube
    • 9. Herz Ass
    • 10. Herz Zehn
    • 11. Herz König
    • 12. Herz Neun
    • 13. Herz Acht
    • 14. Herz Sieben

      Diese 14 Trümpfe stechen alle Farben. Die restlichen Farben sind gleichwertig.

Wenz-Spiel

Der Wenz ist das niedrigste Solo-Spiel. Das heißt, der Spieler, der die Ansage gemacht hat, spielt alleine gegen alle vier Mitspieler.

  
  • 4 Trümpfe: Bei einem Wenz sind nur die Buben Trumpf. Es gibt also nur 4 Trumpfkarten. Die Damen werden zwischen dem König und den Neunen in der jeweiligen Farbe eingereiht. Alle vier Farben sind gleichwertig. Ein Wenz kann auch ganz ohne Buben (Trumpf) gespielt werden.

    Die Rangfolge der Trümpfe in einem Wenz ist:

    • 1. Eichel Bube
    • 2. Grün Bube
    • 3. Herz Bube
    • 4. Schellen Bube


Farb-Solo

In einem Farb-Solo werden die Herzen als Trumpf zugunsten einer anderen Farbe aufgegeben. Der Spieler, der ein Solo ankündigt, spielt allein gegen die drei anderen Spieler.

  
  • Ankündigung: Solos werden mit den Worten angekündigt: "Eichel Solo" oder "Grün Solo" oder "Herz Solo" (hier wären die Herzen wieder Trumpf) oder "Schellen solo".

  • 14 Trümpfe: Die Farbe, die angekündigt wird, ist Trumpf für dieses Spiel nach den Damen und Buben. Das heißt, in Summe gibt es auch hier 14 Trümpfe. Die Rangfolge der Trümpfe ist die gleiche wie im Ruf-Spiel, wobei die Herzen durch die angekündigte Farbe ersetzt werden.

  • Trumpfzwang: Der Spieler muss mindestens eine Karte in der Farbe besitzen, die er als Trumpf ansagt.

  • Gemeinschaftsspiel: Die Gegner können ihre Stiche auf einem gemeinsamen Stapel zusammenwerfen.

Tout

Tout kommt aus dem französischen und heißt “Alles”, wird in Bayern aber ganz einfach wie “Du” ausgesprochen.

  
  • Ankündigung: Wenn der Spieler erwartet, jeden Stich zu machen, dann kann er dies mit den Worten "Solo Tout" oder "Wenz Tout" ankündigen.

  • Sofortige Ansage: Ein Tout muss angekündigt werden, bevor die erste Karte ausgespielt wird. Wenn die erste Karte bereits auf dem Tisch liegt, ist die Ankündigung ist nicht mehr gültig.

Sie

Sie beim Schafkopf

Sie beim Schafkopf

Wenn ein Spieler alle 4 Damen und alle 4 Buben erhält, dann hat er ein "Sie" – quasi die Steigerung zu einem “Du”, also dem Tout.

Ein "Sie" kann sofort offen auf den Tisch gelegt werden und zählt automatisch sofort als gewonnen.

  

Beim Schafkopf ist ein “Sie” extrem unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, sass ein bestimmter Spieler in einem Spiel alle vier Damen und alle vier Buben auf der Hand hält, liegt bei 1 zu 10.518.300 oder 0,0000095 Prozent. Die wenigsten Spieler sehen in ihrem Leben je einen “Sie”.

4. Ablauf des Spiels beim Schafkopf

  
  • Spielreihenfolge: Ist geklärt, wer spielt, ist der Spieler links neben dem Geber als erster dran und spielt eine Karte aus. Als nächstes kommt der Spieler links neben ihm und so weiter.

  • Bedienzwang: Hat man die vom ersten Spieler angespielte Farbe auf der Hand, muss man diese bedienen und auch spielen. Trümpfe zählen als eigene Farbe.

  • Stechen: Hat man die angespielte Farbe nicht, darf man einen Trumpf spielen. Das nennt man Stechen. Stechen ist keine Pflicht.

  • Abwerfen: Hat man die angespielte Farbe nicht, darf man auch eine andere Farbe beigeben. Das heißt Abwerfen.

    Tipp: Eine abgeworfene Karte kann nie einen Stich gewinnen.

  • Wer gewinnt den Stich? Nachdem alle vier Spieler eine Karte gespielt haben, geht der Stich (die vier Karten) an den Spieler, der den höchsten Trumpf gespielt hat. Wurde kein Trumpf gespielt, geht der Stich an den Spieler, der die höchste Karte der angespielten Farbe beigegeben hat.

  • Nächster Stich: Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, spielt die nächste Karte aus und es geht im Uhrzeigersinn weiter.

5. Bewertung des Spiels

Ergebnis

  
  • Punkte zählen: Am Ende eines Spiels werden die Stiche der Parteien gezählt. Jede Partei zählt seine eigenen Karten (Augenwerte, siehe oben).

  • Sieger: Die Alleinspieler (oder die beiden Spieler in einem Ruf-Spiel) hat mit 61 Punkten gewonnen. Die Gegner haben gewonnen, wenn sie haben 60 Punkte.

  • Schneider: Mit 91 Punkten hat Alleinspieler (oder die beiden Spieler in einem Ruf-Spiel) "Schneider" gewonnen (oder "Schneider" verloren mit 30 Punkten oder weniger). Die Gegenpartei hat den "Schneider" mit 90 Punkten gewonnen (oder "Schneider" verloren mit bis zu 29 Punkten).

  • Schwarz: Wenn eine Gruppe alle Stiche gemacht hat, dann gewinnt sie "schwarz".

Abrechnung

Nach jedem Spiel zahlt man direkt, wenn um Geld gespielt wird. Zu diesem Zweck werden die Zahlungseinheit und der Preis im Voraus vereinbart (z.B. Beispiel: 10 Cent als Einheit).

Grundpreis
Ruf-Spiel 1 Einheit
Solo-Spiel 5 Einheiten
Wenz-Spiel 5 Einheiten
 
Zuschlag
Schneider 1 Einheit + Grundpreis
Schwarz 1 Einheit + Grundpreis
 
Tout-Preise
Solo-Tout 10 Einheiten
Wenz-Tout 10 Einheiten

 

In einem Ruf-Spiel werden diese Preise von den beiden Verlierern an die beiden Sieger gezahlt. In einem Solo zahlt der Spieler entweder allen 3 Gegnern die gleiche Rate oder er erhält von jedem Gegner die gleiche Rate.

6. Glossar der wichtigsten Ausdrücke beim Schafkopf

Abspatzen Sich in einer Farbe freispielen
Alte Eichel-Ass
Augen Punkte der Karten (Ass - 11, Zehn - 10, König - 4, Dame - 3, Bube - 2, Rest - 0)
Ausspielender Der Spieler, der die erste Karte in einem Stich spielen muss
Bedienen Zugeben einer Karte in der selben Farbe (oder Trumpf, falls Trumpf ausgespielt wurde)
Blaue Grün-Ass
Bumbs Schellen-Ass
Der Alte Eichel-Dame (höchster Trumpf)
Fehlfarbe Farbe, die man nicht (mehr) auf der Hand hat
Herren Alle Ober und Unter
Hinterhand Der letzte Spieler in einem Stich
Mittelhand Der Spieler an zweiter oder dritter Stelle hinter dem Ausspielenden
Sau Ass
Schmieren Hohe Karten (Asse oder Zehnen) in einen Stich der eigenen Partei geben
Spatzen Siebenen, Achten und Neunen - Karten, die keine Punkte bringen
Spielmacher Der Spieler, der Solo spielt oder ein Ruf-Spiel angesagt hat

 

Mehr Informationen

Wir haben hier nur die Anfänger-Regeln für Schafkopf umrissen. Eine weit ausführlichere Regelkunde und Informationen zu Schafkopf gibt es unter anderem hier:

  Die Schafkopfschule