Was tun, wenn Spielleidenschaft zum Problem wird?


Spielsucht

 

Beherrschen Sie das Spiel - oder beherrscht es Sie? Erfahren Sie mehr über Spielsucht und darüber, was Sie tun können, wenn Ihr Spielverhalten zum Problem wird.

Spiele machen eine Menge Spaß, aber nur, solange Sie die Kontrolle behalten. Beginnt das Spiel, Sie zu kontrollieren, müssen Sie entschlossen handeln.

Online-Spiele machen doppelt so schnell süchtig!

Casino Spiele online machen wesentlich schneller abhängig als Spiele in der realen Welt, da das Internet an sich für die meisten Menschen ein hohes Suchtpotenzial hat.

Sucht und Suchtpotenzial

Eine allgemeine Anmerkung zum Thema Sucht. Sucht ist eine Krankheit, und sie kann jeden ereilen. Sie ist keineswegs auf Themen wie Drogen und Glücksspiel beschränkt, sondern kann in allen erdenklichen Lebensbereichen auftreten.

Menschen werden süchtig nach Essen, Hungern, Medikamenten, Computern, Shopping, Aufmerksamkeit und vielem mehr. Selbst scheinbar harmlose Dinge wie Nasenspray können zum ernsthaften Problem werden.

Häufig erkennen Menschen nicht einmal, dass sie abhängig sind, geschweige denn dass sie merken, ob sie überhaupt stark oder weniger stark gefährdet sind.

Denn: Nicht alle sind gleich stark gefährdet.

Es gibt Menschen, die der Sucht gegenüber anfälliger sind als andere. Das ist genetisch bedingt und hat nichts mit sonstigen Aspekten der Persönlichkeit eines Menschen zu tun.

Suchtanfälligkeit ist auch kein „Fehler“ und nichts, wofür man sich zu schämen braucht. Es ist aber etwas, das man sich bewusst machen sollte, um daran arbeiten zu können.

Die grundlegende Annahme, die aus der genetischen Disposition folgt, ist diese: Menschen mit hoher Suchtanfälligkeit finden einen Weg, ihrer Sucht zu frönen. Sie finden außerdem auch immer einen Weg, eine Sucht zu entwickeln.

Das bedeutet, wenn man einem Menschen seine Sucht wegnimmt, dann entwickelt er eben eine neue.

In der Praxis heißt das, dass Kriminalisierung keinen positiven Effekt hat. Dass Drogen illegal sind, löst kein Drogenproblem, sondern treibt Süchtige in die Kriminalität.

Sollte eine bestimmte Droge verschwinden, wird der Süchtige eine alternative Droge suchen und finden.

Dagegen wird ein gegenüber Drogen wenig empfänglicher Mensch nicht plötzlich damit beginnen, Drogen zu nehmen, falls diese legalisiert werden sollten.

Übertragen wir das auf Spielsucht. Dass Glücksspiele – wie überhaupt Spiele – süchtig machen können, ist keine Theorie. Es ist eine Tatsache, die empirisch nachgewiesen wurde.

Entsprechend gibt es Menschen, bei denen aus dem Hobby „Casinobesuch“ eine Sucht werden kann. Das ist eine ernste Angelegenheit und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

In den Zeiten, als man sich tatsächlich noch aufmachen musste, um ein Casino zu besuchen, war die Zahl der suchtkranken Spieler überschaubar. Casinos hatten zumeist keine große Mühe, diese zu erkennen, weil sie ja ständig vor Ort waren und Haus und Hof verspielten.

Entsprechend konnte ein Casino schnell und exakt reagieren, um die Suchtkranken zumindest vor sich selbst zu schützen, indem sie mit Spielverboten belegt wurden. Übrigens müssen sich bis heute viele Casinos vorwerfen lassen, im Dienst der Profitmaximierung suchtgefährdete Spieler nicht gesperrt zu haben, solange diese noch flüssig waren.

Heute aber leben wir in Zeiten des Internets, der Ort, an den die Menschen sich zurückziehen, wenn sie sich anderswo nicht mehr ausleben können.

Der größte Teil der Spielsüchtigen bleibt heute unerkannt, weil er online spielt. Zwar bieten Online-Casinos grundsätzlich die Selbstsperrung an, aber wie viel hilft das, wenn doch unzählige weitere Casinos verfügbar sind?

Online-Spielsucht ist besonders gefährlich, weil man beim online spielen den Bezug zum Geld verliert. Während in einem richtigen Casino das Geld bereits durch Chips ersetzt wird, übernehmen das im Internet einige Pixel, Bits und Bytes.

Dadurch wächst die Gefahr, dass Süchtige finanziell ernsthaft Schaden nehmen, und das in bemerkenswert kurzer Zeit.

Falls Sie zur Sucht neigen, müssen sie etwas dagegen unternehmen. Halten Sie sich vor Augen, dass das Gesetz nicht in der Lage ist, sie vor einer Krankheit zu schützen.

Machen Sie auch nicht das Casino verantwortlich, denn es bietet nur sein Angebot feil, aber ist nicht für den Umgang damit verantwortlich.

Und als letzter und wichtigster Punkt: Machen Sie sich nicht selbst verantwortlich. Sucht ist behandelbar wie so viele andere Krankheiten auch.

Woran können Sie erkennen, dass Sie ein Problem haben?

Wenn Sie spielen, sollten Sie auf bestimmte Warnzeichen achten. Jedes einzelne davon kann darauf hindeuten, dass Ihr Spielverhalten zum Problem wird. Bemerken Sie eines oder mehrere davon an sich selbst, wird es höchste Zeit, Ihre Situation zu überdenken.

Warnzeichen:

  • Sie geben mehr Geld aus, als Sie eingeplant hatten.
  • Sie verlieren das Zeitgefühl und spielen länger, als Sie vorhatten.
  • Sie hören erst auf zu spielen, wenn Sie kein Geld mehr haben.
  • Sie reagieren schnell gereizt, wenn jemand Sie beim Spielen stört.
  • Sie jagen Ihren Verlusten nach, d.h. Sie versuchen Geld zurück zu gewinnen, das Sie verloren haben.
  • Sie verbringen mehr und mehr Zeit mit dem Spiel selbst oder damit, darüber nachzudenken.
  • Sie müssen höhere Risiken eingehen, um denselben Kick zu erleben.
  • Sie sind überzeugt davon, dass Sie hohe Summen gewinnen werden.
  • Sie schreiben Verluste der Tatsache zu, dass Sie nicht gut genug sind.
  • Sie geben mehr aus, als Sie gegenüber Freunden zugeben.
  • Sie sagen Nahestehenden nicht die Wahrheit.
  • Sie vernachlässigen Familie, Freunde und Arbeit.

Schritt 1: Gestehen Sie sich ein, dass Sie ein Problem haben.

Wenn Sie sich einem Problem verweigern, können Sie es nicht lösen.

Abhängigkeit ist keinesfalls etwas, das wir uns aussuchen. Daher ist es auch nicht möglich, dem Suchtverhalten durch Willenskraft Einhalt zu gebieten. Könnten wir es einfach abstellen, wäre es kein Problem.

Sie können dem Problem nur begegnen, wenn Sie zugeben, dass es eines gibt.

Schritt 2: Suchen Sie Hilfe!

Sie sind nicht allein. Sie sind nicht, wie Sie vielleicht annehmen, ein Einzelfall. Spielsucht ist so alt wie das Spielen selbst, und die Anfänge des Glücksspiels liegen schon im alten China. Machen Sie sich die Erfahrungen anderer Menschen zunutze!

Sie haben gute Chancen, eine Gruppe der Anonymen Spieler in unmittelbarer Nähe Ihres Wohnortes zu finden. Schlagen Sie das Telefonbuch auf und vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch, das Ihr Leben verbessern könnte.

In vielen Online-Casinos können Sie eine maximale Summe festlegen, die Sie einsetzen dürfen. Sie können sich selbst für kürzere oder längere Zeit von der Teilnahme ausschließen. Abstinenz lässt sich leichter umsetzen, wenn das Suchtmittel schwerer zu bekommen ist.

Links und Telefonnummern

Nachstehend finden Sie eine Liste von Gruppen und Menschen, die über die nötige Erfahrung verfügen:

Anonyme Spieler Deutschland, Hotline: 01805-77 00 76 00

Anonyme Spieler Österreich, Hotline: 0660-123 66 74

Glücksspielsucht.de

Glücksspielsucht Saarland

Spielen ist ein großartiger Zeitvertreib, doch wenn das Spiel Sie zum Spielball macht, müssen Sie sich schützen!